Schiedsrichter Christian-Petru Ciochirca sorgte in Wien für Aufregung.

© DIENER / Eva Manhart / DIENER / Eva Manhart

Sport Fußball
08/26/2019

Fünfte Bilanz vor der Trennung: Das Eigentor der Schiri-Bosse

Was fiel in der fünften Runde der Bundesliga-Saison 2019/'20 positiv auf? Was blieb hingegen negativ in Erinnerung?

von Stephan Blumenschein

Der KURIER lässt auch in dieser Saison, in der die Bundesliga erneut nach 22 Runden in eine Meister- und eine Qualifikationsgruppe geteilt wird, am Montag das jeweilige Wochenende Revue passieren. Was fiel in der fünften Runde positiv auf, was hingegen negativ?

+ Wolfsberger Torjagd: 5:0 gegen Mattersburg, 5:2 gegen Altach - beim WAC läuft es auch ohne Erfolgstrainer Christian Ilzer. Der Europa-League-Fixstarter stellt auch in dieser Saison den Anspruch, sich als Nummer drei in der Bundesliga zu etablieren. Mit dem neuen Sturm-Duo ist den Wolfsbergern ein Glücksgriff gelungen. Shon Weissman blieb am Samstag zwar ohne Tor, hat aber trotzdem schon sieben Saisontreffer auf dem Konto. Dafür traf Anderson Niangbo gegen die Vorarlberger doppelt. Die Red-Bull-Leihgabe hält bei vier Toren.

+ Linzer Wien-Reisen: Es ist ein Indiz für die neue Rangordnung im österreichischen Fußball. Der LASK ist momentan der einzige Klub, der halbwegs mit Serienmeister Salzburg Kontakt halten kann. Die Wiener Klubs haben die Linzer mittlerweile abgehängt. Nach dem 3:0 bei der Austria wurde am Samstag auch bei Rapid Wien mit 2:1 gewonnen. In Hütteldorf ist der Vizemeister seit Februar 2018 ungeschlagen, in Favoriten sogar schon seit August 2017.

+ Marsch-Start: Salzburgs neuer Coach Jesse Marsch hat etwas geschafft, was noch keinem anderen Trainer in der Bundesliga-Geschichte gelungen ist. Der US-Amerikaner hat seine ersten fünf Spiele in der österreichischen Liga gewonnen. Und die Siege fielen mehr als überzeugend aus: 2:0 bei Rapid, 4:1 gegen Mattersburg, 5:2 gegen den WAC, 6:0 in St. Pölten, 5:0 gegen die Admira. Die Erfolgsserie kommt durchaus überraschend, hat doch die halbe Stammelf den Serienmeister im Sommer verlassen.

- Rapids Verletzungspech: „Es tut mir wirklich leid für die Mannschaft. Zu elft hätten wir das Spiel garantiert nicht verloren", meinte Trainer Didi Kühbauer nach der 1:2-Niederlage gegen den LASK. Beweisen lässt sich das natürlich nicht, aber wenn ein Trainer schon in der ersten Hälfte zwei Wechsel wegen Verletzungen verbrauchen muss, ist dies natürlich Pech. Dass die Wiener auch noch mit zehn Mann das Spiel beenden mussten und in Unterzahl noch dazu den entscheidenden Gegentreffer kassierten, ist dann schon doppelt Pech.

- Austrias Saisonstart: Natürlich hätte beim 2:2 in Hartberg die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung zu Gunsten der Wiener, die anders ausgefallen ist, das Spiel in eine andere Richtung lenken können. Aber ein Klub mit den finanziellen Möglichkeiten der Austria sollte im Armenhaus der Liga auch gegen alle Widerstände gewinnen können. So oder so: Der Saisonstart mit fünf Punkten aus fünf Runden ist jedenfalls in die Hose gegangen. Und wenn man sich die Auslosung in den nächsten Wochen anschaut, dann könnte es eng werden mit einem Platz in der Meistergruppe.

- Zu viele Fehlpfiffe: Egal ob in Wien, Hartberg oder Salzburg - die Schiedsrichter standen auch in dieser Runde viel zu oft im Mittelpunkt des Geschehens. Die Schiedsrichter-Bosse haben sich offensichtlich ein fürchterliches Eigentor geschossen mit der öffentlichen Ankündigung, dass Österreichs Unparteiische nach zwei schweren Fehlern pro Halbsaison eine Nachdenkpause bekommen werden. Nach einem im Großen und Ganzen gesehen ziemlich guten Frühjahr sind zu viele Leistungen bisher richtig schlecht. Der durch die angedrohten Zwangspausen aufgebaute Druck dürfte die Schiedsrichter jedenfalls mehr verunsichern als sie pushen.