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Sport Fußball
09/30/2019

Ex-Liverpooler Manninger glaubt an Salzburger Überraschung

Für die Partie an der Anfield Road sieht Manninger zwar Liverpool im Vorteil, im Heimspiel traut er Salzburg aber einiges zu.

Er spielte einst für Liverpool und Red Bull Salzburg, vor dem Champions-League-Duell am Mittwoch in England hält er "beiden Teams die Daumen": Einen Sieg des heimischen Serienmeisters an der Anfield Road kann sich Österreichs ehemaliger Teamtormann Alexander Manninger aber nicht vorstellen. "Wenn es eine Überraschung gibt, dann in Salzburg", sagte der 42-jährige Fußball-Pensionist der APA.

In der Saison 2016/17 - es sollte seine letzte sein - gelang Manninger zum "krönenden Abschluss" einer langen Karriere der Sprung zum englischen Rekordmeister. Dass er nur als Dreiergoalie hinter Loris Karius und Simon Mignolet fungieren sollte, war von Anfang an klar, dreimal schaffte er es immerhin auf die Bank - als bisher einziger Österreicher beim 18-fachen englischen Meister. "Ich bin dankbar, dass ich noch einmal zu dieser Chance gekommen bin, das hautnah mitzuerleben."

Vorfreude auf Mittwoch

Manninger, in seiner Karriere für elf Profiklubs in Österreich, Deutschland, Italien und England aktiv, hat viele Trainer erlebt, u.a. Claudio Ranieri (Juventus), Roberto Mancini (Fiorentina) oder Arsene Wenger (Arsenal). Klopp jedenfalls sei ein Ausnahmecoach. "Er ist ein Profi, hat bisher noch jeden Spieler besser gemacht, ein Motivator und sehr spielernahe. Er ist nicht der Chef, vor dem jeder auf die Knie geht, der Autorität ausstrahlen will. Er muss nicht jeden Tag den Boss verkörpern", erinnerte sich Manninger. "Er hat in jeder Besprechung gesagt, dass seine Tür immer offen ist. Darum machen die Spieler auch auf - der eine mehr, der andere weniger. Aber dieses Ambiente hat man in Liverpool deutlich gespürt."

1994 - 1996: Austria Salzburg
1995 (Leihe): Vorwärts Steyr
1996 - 1997: GAK
1997 - 2002: FC Arsenal
2001 - 2002 (Leihe): AC Florenz
2002: Espanyol Barcelona
2003: Torino Calcio
2003 - 2004: FC Bologna
2004 - 2005: AC Siena
2005 - 2008: Red Bull Salzburg
2006 - 2008 (Leihe): AC Siena
2008: Udinese Calcio
2008 - 2012: Juventus Turin
2012 - 2016: FC Augsburg
2016 - 2017: FC Liverpool

"Leider werde ich 40", habe er 2017 zu Klopp gesagt, "weil da wächst etwas Riesiges. Umso schöner ist es jetzt, mitanzusehen, dass sich das tatsächlich so entwickelt hat", meinte Manninger, dessen Ex-Team zwei Jahre nach seinem Karriereende bereits am CL-Thron saß. Und obwohl der Fußball in seinem aktuellen Leben kaum mehr eine Rolle spiele, blicke er dem Duell am Mittwoch mit Vorfreude entgegen: "Es wird eines von drei Spielen sein, die ich in den vergangenen zwei Jahren gesehen haben werde."

"Salzburg wird nicht enttäuschen"

Die Chancen an der Anfield Road? "Es könnte eine Riesenerfahrung sein und ein super Spiel werden, ich glaube aber, dass die Adresse doch ein bisschen zu groß und stark ist. Liverpool hat die erste Partie (in Neapel, Anm.) verloren und muss etwas machen. Und das werden sie auch. Sie sind der Titelverteidiger. Das steht auf der Visitenkarte des Vereins, dass man sich nicht zufriedengibt. Ich bin aber sicher, dass Salzburg nicht enttäuschen wird", erläuterte Manninger. Zählbares könne es dann aber im Rückspiel geben.

Ob Manninger mit einer Rückkehr in den Fußball überrascht, bleibt wiederum abzuwarten."Ich wollte mit Absicht loslassen, von einem Beruf, der mich die ganze Zeit begleitet hat. Ich will der sein, der ich bin und der ich eigentlich immer war", betonte der 33-fache ÖFB-Teamkicker, der in Salzburg lebt. "Ich bin aber nicht völlig abgeneigt, etwas mit Fußball zu machen."