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17.12.2018

Europa League: Rapid gegen Inter, Salzburg gegen Brügge

Rapid bekam einen prominenten Gegner zugelost, die Salzburger treffen auf den belgischen Meister.

Es hätte schlimmer, aber natürlich auch besser kommen können: Dieses Fazit lässt sich nach der Auslosung des Sechzehntelfinales der Europa League aus österreichischer Sicht ziehen. 

Erstmals seit 2005 (Austria, GAK) sind zwei österreichische Vereine im Frühjahr im Europacup engagiert. Rapid bekommt es mit Inter Mailand zu tun, Salzburg mit dem FC Brügge. Damit wurden den Bundesliga-Klubs zwei Gruppendritte aus der Champions League zugelost ...

Wie sind die beiden Gegner einzuschätzen? Was sagen die Verantwortlichen zur Auslosung? Wie stehen die Aufstiegschancen?

- Rapid Wien vs. Inter Mailand

Von den vielen großen Namen im Topf bekamen die Hütteldorfer einen der größten zugelost: Inter Mailand! Der 18-fache  Meister holte neun internationale Titel, die Champions League wurde zuletzt 2010 mit Trainer Mourinho gewonnen.

„Wir können nur überraschen und sollten die Herausforderung mit Freude annehmen“, meint Trainer Didi Kühbauer, der ein Admira-Talent war, als zuletzt der FC Internazionale nach Hütteldorf kam. „Ich kann mich noch gut an das Duell erinnern.“ Unter Trainer Hans Krankl wurde 1990 der Startruppe um die deutschen Weltmeister Matthäus, Klinsmann und Brehme ein großer Fight geliefert. Im Rückspiel kam erst in der Verlängerung mit dem 1:3 das Aus.

Gerade geboren wurde damals Stefan Schwab. Der aktuelle Rapid-Kapitän ist ein großer Italien-Fan: „Für mich erfüllt sich ein Kindheitstraum. Das San Siro ist eine  Fußballkathedrale, ich war  schon oft dort.“ Inter ist momentan die Nr. 1 in Mailand: Der Tabellendritte liegt sechs Punkte vor AC Milan.

  • Die Gegner: Inter Mailand und Club Brügge

Inter Mailand

1/12

Die letzten großen Erfolge von Inter datieren allesamt aus dem Jahr 2010. In diesem Jahr gewannen die Nerazzuri unter Trainer Jose Mourinho das Triple bestehend aus der Champions League, der Meisterschaft und dem nationalen Cup.  

Ein gewisser Diego Milito erlebte im damaligen CL-Endspiel gegen Bayern München seine Sternstunde als er beim 2:0 beide Tore der Mailänder erzielte. 

Lediglich in der Saison nach dem Triple konnte Inter noch einen Titel einheimsen. Ende Mai 2011 gewann man das Cup-Finale gegen US Palermo. Zweifache Torschütze damals war der Kameruner Samuel Eto'o.

In den darauffolgenden Jahren ging es mit Inter bergab. Einige Leute, die für den Erfolg des Klubs standen - wie etwa Javier Zanetti - verabschiedeten sich. Mourinho war zu Real Madrid gewechselt, es kam Rafael Benitez, dieser wurde durch Leonardo ersetzt, dieser wiederum von Gian Piero Gasperini. Auch sein Nachfolger Claudio Ranieri wurde vom Hof gejagt.

Neue Investoren, zuerst aus dem chinesischen dann auch aus dem indonesischen Raum, konnten den Erfolg nicht zurückbringen. Inter verlor die Champions League für einige Jahre aus den Augen. 

In der vergangenen Saison schaffte man endlich wieder den Sprung in die Königklasse, zum ersten Mal seit der Saison 2011/'12. In der Gruppe B kam Inter nicht über Rang drei hinaus, im "Endspiel" gegen PSV vor eigenem Publikum enttäuschten Torjäger Mauro Icardi (Bild) und Co. und mussten in die Europa League absteigen.

In dieser Saison haben die Mailänder trotz allem eine Mannschaft, die in der Serie A oben mitmischen kann - wenn auch der unangefochtene Leader Juventus bereits 14 Punkte Vorsprung hat. Inter ist nach 16 Runden Dritter, sechs Punkte hinter Napoli. 

Zu den Stützen der Mannschaft zählen neben dem bereits genannten Argentinier Icardi die drei kroatischen Vizeweltmeister Ivan Perisic (2. vo. re.), Marcelo Brozovic und Sime Vrsaljko, der Belgier Radja Nainggolan sowie der Portugiese Joao Mario.

Nach bekannten Gesichtern kann man auf dem Mannschaftsfoto von Salzburg-Gegner Brügge lange suchen. Man wird keine finden. 

Trainiert wird der amtierende belgische Meister vom Kroaten Ivan Leko, der den Klub heuer zum 15. Meistertitel der Klub-Geschichte geführt hat.

Heuer musste man in der Champions League erwartungsgemäß Borussia Dortmund und Atletico Madrid den Vortritt lassen. Mit sechs Zählern beendete Club Brügge die Gruppenphase und ließ als Dritter den AS Monaco hinter sich. 

Seine Heimspiele bestreitet der 1891 gegründete Klub im Jan-Breydel-Stadion, das etwas mehr als 29.000 Zuschauer fassen kann. 

Der teuerste Zugang für den  Trainer-Routinier Luciano Spalletti war der  aus dem belgischen Nationalteam eliminierte Radja Nainggolan. Der 30-jährige Sechser kostete 38 Millionen Ablöse an AS Roma. Der Star ist der Kapitän und Goalgetter Mauro Icardi aus Argentinien

Rapid könnte  (sofern am 14. Februar wieder die europäische Heimstärke ausgespielt werden kann) zumindest im Hinspiel eine Chance haben. Denn Italiens Klubs laufen in der Europa League gerne mit dem  B-Team ein.

Aufstiegschance: 20%

- FC Brügge vs. RB Salzburg

Das Sechzehntelfinale bringt zudem ein Kräftemessen österreichischer gegen belgischer  Meister – übrigens nicht zum  ersten Mal. 2010 schied Salzburg gegen Standard Lüttich aus. Auswärts wurde eine 2:0-Pausenführung verspielt, zu Hause reichte es nach  der 2:3-Hinspielniederlage nur zu einem 0:0. 

Aber Salzburg von heute ist nicht mit Salzburg von damals zu vergleichen. Die Mannschaft ist nicht nur internationaler erfahrener, sondern auch in K.-o.-Duellen gefestigter. Wer Real Sociedad, Dortmund und Lazio ausschaltet, der kann auch gegen FC Brügge bestehen.

Für Trainer Rose ist es ein "spannendes Los, mit einem Gegner, auf den ich mich freue. Der belgische Meister hat eine Mannschaft, die sehr gut organisiert ist." Auch Andreas Ulmer, der einzige Salzburger Stammspieler, der schon gegen Lüttich dabei war, weiß, dass es kein Freilos ist: "Brügge ist ein Klub, der aus der Champions League kommt und schon deshalb über hohe Qualität verfügt. Da brauchen wir in jedem Fall zwei sehr gute Tage."

Belgiens Meister ist aktuell Zweiter in der First Division A, sieben Punkte hinter Leader Genk. In der Champions League  gab es  gegen  Monaco einen 4:0-Auswärtssieg  und ein  1:1.   Atlético wurde zu Hause ein  0:0 abgerungen, Dortmund auswärts. In Madrid (1:3) sowie zu Hause gegen die Borussia (0:1) setzte es zwei Niederlagen. 

Brügge-Trainer ist der 40-jährige Kroate Ivan Leko. Die Mannschaft ist ein starkes Kollektiv, aus dem ein Spieler heraussticht: Stürmer Wesley. Der  22-jährige Brasilianer war in dieser Saison schon an 15 Toren beteiligt.

Salzburg spielt am 14. Februar zunächst auswärts, das Rückspiel findet eine Woche später in der Red-Bull-Arena statt.

Aufstiegschance: 60%

  • Die Auslosung:

Viktoria Pilsen - Dinamo Zagreb
Club Brügge - Salzburg
Rapid Wien 
- Inter Mailand
Slavia Prag - RC Genk
FK Krasnodar - Bayer Leverkusen
FC Zürich - Napoli
Malmö FF - Chelsea
Schachtar Donezk - Eintracht Frankfurt
Celtic Glasgow - Valencia
Stade Rennes - Betis Sevilla
Olympiakos Piräus - Dynamo Kiew
Lazio Rom - FC Sevilla
Fenerbahce Istanbul - Zenit St. Petersburg
Sporting Lissabon - Villareal
Bate Borisow - Arsenal
Galatasaray Istanbul - Benfica Lissabo