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Europäische Lehren
08/02/2013

Rapids Nachtschicht nach dem Europacup

Nach dem 1:1 in Tripoli trainierte Rapid um 4.19 Uhr, sechs Verletzte fehlten.

von Alexander Huber

In der Nacht auf Freitag, exakt um 4.19 Uhr, startete Rapid die Vorbereitung auf das Sonntagsspiel in Graz. Unter der Anleitung des neuen Athletiktrainers Alexander Steinbichler gab es einen Lauf durch den finsteren Prater, Radfahren im Stadion und Stabilisationsübungen.

Die Einheit direkt nach dem Rückflug aus Griechenland ist eine Reaktion auf die Vorsaison: Rapid war nach den Auswärtsspielen in der Europa League ein beliebter, weil müder Gegner. Mit der längeren Regenerationsphase ohne Unterbrechung bis zum Abschlusstraining am Samstagnachmittag soll es besser werden.

Dibon fällt aus

Diesmal sind nur die Belastungen, aber keine Enttäuschung zu verarbeiten. Nach sechs Partien im Ausland mit null Punkten wurden in Tripoli mit dem 1:1 die Chancen auf den Aufstieg ins Play-off der Europa League erhöht. „Es war wichtig, dass wir über eine Druckphase ohne weiteres Gegentor drüber kommen“, sagt Trainer Zoran Barisic, der bei seinem Europacup-Debüt an den Ligastart beim WAC erinnert wurde: „Asteras ist mit den weiten Bällen bis knapp vor unseren Strafraum gekommen und hat dort auf Standards gewartet. Das war wie beim WAC in der zweiten Hälfte, weil wir zu tief verteidigt haben.“

Der Grund dafür: Christopher Dibon musste wegen einer Prellung des Schultereck-Gelenks raus. Der bereits bestens integrierte Abwehrchef fehlt im Training zehn Tage, sowie gegen Sturm, Tripolis und im Wiener Derby. Mit (dem fünften Debütanten) Maximilian Hofmann ließ sich die nicht mehr eingespielte Defensive nach hinten drücken.

Neben den Schwächen bei Standardsituationen könnte die fehlende Routine beim Rückspiel am Donnerstag ein Problem werden. Im Finish hatten die Hütteldorfer ein Durchschnittsalter von nur 23 Jahren. Der erst 22-jährige Thanos Petsos übernahm bei seiner Europacup-Premiere die Führungsrolle. „Mit Thanos ist uns ein guter Fang gelungen. Er hat gezeigt, dass er hohes technisches Können und taktisches Verständnis hat“, lobte Barisic. Etwaige Zweifel, ob ein weiterer Stürmer statt Petsos mehr helfen hätte können, sind verflogen. Petsos war in der Heimat seiner Eltern der beste Rapidler und wird auch als Fixposten dringend benötigt: Boskovic hat seit einer Woche Rückenschmerzen. Da Wydra verletzt ist, bleibt nur noch der Neue übrig, um für Stabilität zwischen Offensive und Defensive zu sorgen.

„Wir werden unsere Personalprobleme lösen“, bleibt Barisic trotz der sechs Verletzen positiv. „Wir müssen nur die Spieler finden, die 100 Prozent ihrer körperliche Leistung abrufen können.“ Zumindest Sabitzer und Pichler können in Graz für neue Frische sorgen.

Bei der Einschätzung des angeschlagenen Gegners erinnert Barisic – trotz des Bruches mit Peter Pacult – an seinen Vorvorgänger: „Die Krise von Sturm interessiert uns nicht.“

Zwei Gesichter bei der Premiere

Die späte Beginnzeit von 21.30 Uhr Ortszeit zahlte sich im griechischen Sommer aus. Bei angenehmen Temperaturen startete Rapid gegen Asteras Tripolis in die Europa-League-Saison. Dass Trainer Zoran Barisic bei seiner internationalen Premiere dennoch ins Schwitzen kam, lag an den Personalproblemen der Hütteldorfer.

Nach insgesamt sechs Ausfällen kamen fünf Europacup-Debütanten zum Einsatz. Das war nach der Pause stärker zu spüren, als die Gäste mit viel Glück das 1:1 über die Zeit brachten. Am Donnerstag beim Rückspiel im Hanappi-Stadion wird für den finanziell wichtigen Einzug ins Play-off eine Steigerung sowie ein Ende der Verletzungsmisere nötig sein.

„Ich bin mit der Leistung zufrieden. Asteras hatte aus dem Spiel keine Chance, wir haben unsere leider vergeben. Von uns sind nur zu viele Standardsituationen zugelassen worden“, sagte Barisic.

GREECE SOCCER UEFA EUROPA LEAGUE

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Fussball, Euroleague, Asteras Tripolis - Rapid Wie

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Deutsche Festspiele

Weil es Boskovic im Rücken zwickte, kam es zu einer Premiere in der 114-jährigen Vereinsgeschichte: das Mittelfeld der Wiener wurde durchwegs von Spielern mit deutschem Akzent gebildet. Die beiden Europacup-Debütanten Behrendt (mit 16 vom Hamburger SV übersiedelt) und der starke Petsos (ein in Leverkusen aufgewachsener Grieche) sicherten für Hofmann ab. „Von deutschen Tugenden will ich aber lieber noch nicht sprechen“, meint der deutsche Sportdirektor Schulte. Nach der Auswechslung des Würzburgers Hofmann (in seinem 50. internationalen Rapid-Spiel) war der älteste verbliebene Feldspieler 26 Jahre.

Auch im Angriff bot Barisic neben Burgstaller zwei in Deutschland geborene Spieler auf: den Legionärs-Sohn Schaub (aus Fulda) und den in Bremen aufgewachsenen US-Teamspieler Boyd. Sabitzer musste daher wie gegen Wiener Neustadt lange auf der Bank Platz nehmen.

Das 4:0 in der Liga hatte Asteras-Coach Tsiolis tief beeindruckt. Um Offensivverteidiger Trimmel zu stoppen, setzte er seinen Star Caffa auf die Bank und bot lieber zwei gelernte linke Verteidiger auf. Die Anfangsphase gehörte klar den spritzigeren Rapidlern. Hofmann vergab die erste große Chance (5.), Boyd die zweite (16.). Daraufhin wurden die Asteras-Anhänger ruhiger und die 400 mitgereisten Rapid-Anhänger hatten Stimmhoheit.

Standardfrage

Bis zur 27. Minute. Einem unnötigen Foul von Schaub folgte eine Freistoßflanke, die Boyd unterschätzte. Zisopoulos spritzte dazwischen und verwertete aus kurzer Distanz die erste Möglichkeit – 1:0. Alte Fußballerregel: Ist eine Mannschaft wie jene von Tripolis nach nur zwei Tests vor dem Ligastart noch nicht eingespielt, kann sie immer noch aus Standards gefährlich werden.

Rapid antwortete mit wütenden Angriffen. Schaub wollte seinen Fehler ausbessern und schoss drüber (29.). Boyd wollte seinen Fehler ausbessern – und traf aus einem scharf, aber unplatziert geschossenen Elfmeter – 1:1 (32.). Der Mittelstürmer hatte den Strafstoß nach einem Corner selbst herausgeholt.

Zur Pause musste auch noch der am Schultereck-Gelenk verletzte Dibon raus. Sein Ersatz Maximilian Hofmann hatte vor seinem Europacup-Debüt als Erfahrungswert eine (!) Bundesliga-Minute vorzuweisen. Es war also keine Überraschung, dass Asteras mit dem eingewechselten Caffa das Kommando übernahm und bei Standards stets gefährlich war. Rapid bettelte um ein Gegentor, Boyd (auf der Linie/57.) und Novota (mit drei starken Paraden, aber Unsicherheiten in der Luft) hatten etwas dagegen. Die einzige Chance im Konter vergab Burgstaller leichtfertig (64.).

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