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Europa League
11/07/2014

Hintereggers Bekenntnis zu Salzburg

Auch nach dem 5:1 bei Dinamo Zagreb war die Zukunft der Salzburger Stammspieler Thema Nummer eins.

von Stephan Blumenschein

Andre Ramalho konnte einem richtig leid tun. Immer und immer wieder wurde er nach dem 5:1-Auswärtssieg von Salzburg in der Europa League bei Dinamo Zagreb gefragt, wie es nun bei ihm weitergeht.

Eine konkrete Antwort wollte (vielleicht konnte oder vielleicht sogar durfte) der noch 22-Jährige nicht geben. Also flüchtete sich Ramalho in für in die verbale Defensive gedrängte Fußballer typische Stehsätze wie „es schaut so aus, als würde ich nicht bleiben“ oder „alles ist möglich, ich kann nichts zu 100 Prozent sagen“ oder „ich bin wirklich offen für alles“. Am Ende der Fragenorgie wirkte er so verwirrt wie der Zuhörer und schloss das Gespräch mit der Feststellung ab: „Auch ich kann selber über mich nichts sagen“.

Nach der öffentlichen Ankündigung von Ralf Rangnick am Montag, dass mit eben Ramalho, dessen Vertrag ja Ende Mai 2015 ausläuft, und Kevin Kampl zwei Stammspieler Salzburg spätestens zu Saisonende verlassen werden, war dieses Tamtam die logische Folge.

Auch nach dem 5:1 und obwohl dieses Ergebnis den Aufstieg in die erste K.-o.-Runde nach schon vier Spielen bedeutete, war ihre Zukunft das Thema Nummer eins, auch wenn es momentan offensichtlich wirklich nicht mehr zu sagen gibt als das, was Salzburgs Sportchef von sich gegeben hat.

Auch Kevin Kampl musste Stellung beziehen. „Diese Fragen sind immer nervig, aber ich habe gesagt, ich gebe bis Winter Gas für die Truppe, hole alles aus mir heraus, um der Mannschaft zu helfen. Alles weitere wird man sehen“, meinte der Slowene, der zwar im Gegensatz zu Ramalho noch über den kommenden Sommer hinaus an Salzburg gebunden ist, allerdings eine Ausstiegsklausel besitzt.

Keine Ablenkung

Eines hat der Erfolg bei Kroatiens Meister jedenfalls bewiesen. Abgelenkt hat Rangnicks ungewöhnliche Offenheit keinen Salzburger Spieler, weil ja Abgänge von Leistungsträgern auch bei einem finanziell so potenten Klub wie Salzburg zum Alltag gehören.

„Ich sehe das bei weitem nicht so schlimm wie das außen dargestellt wurde. Wenn man sehr gute Spieler hat, ist es ganz normal im Fußballgeschäft, dass andere Vereine mit anderen Möglichkeiten aus anderen Ligen sich bei uns bedienen“, meinte Trainer Adi Hütter.

Und auch Kampl selbst argumentierte ähnlich: „Ralf hat ja schon im Sommer gesagt, dass das meine letzte Saison hier sein wird. Deswegen war das jetzt nicht so eine spektakuläre Aussage.“ Damals war Kampls Vertrag noch einmal adaptiert worden, damit er zumindest in diesem Herbst noch für Salzburg spielen wird.

Auch die Mitspieler tangierte die medial aufgebauschte Aufregung wenig. „Eine Mannschaft kann nicht zehn Jahre zusammenbleiben. Es ist normal, dass Spieler gehen und neue dazukommen“, meinte Stefan Ilsanker. Gerade im Fall Kampl sei ein Abgang völlig logisch: „Er ist jetzt das dritte Jahr in Salzburg. Wenn er jetzt nicht den nächsten Schritt machen würde, würden das die wenigsten verstehen.“

Beachtliche Bilanz

Sportlich hat die Mannschaft mit dem Aufstieg ins Sechzehntelfinale den nächsten Schritt gemacht. Österreichs Meister wird also zum vierten Mal seit 2010 im Frühjahr im Europacup dabei sein – eine durchaus beachtliche Bilanz. Ob der Kader dann ident sein wird mit dem aktuellen, kann derzeit niemand sagen.

Auch nicht Sportchef Rangnick: „Ich gehe schon davon aus, dass beide in der Europa League auch spielen wollen. Aber noch einmal: Es gibt nicht nur uns, es gibt auch andere Vereine. Am Ende müssen wir das gemeinsam mit den Spielern und ihren Beratern entscheiden.“

Einer, den viele ebenfalls schon im Ausland sehen, gab in Zagreb jedenfalls ein Bekenntnis für Salzburg ab: Martin Hinteregger. „Ich bin 22 Jahre alt, spiele gerade erfolgreich bei Red Bull Salzburg und bin im Nationalteam auch gut drauf. Deswegen sehe ich überhaupt keinen Grund zu wechseln“, sagte der Teamspieler.

Noch ist nicht Winterpause, stehen auch in der Europa-League-Gruppe noch zwei Spiele an – am 27. November bei Celtic Glasgow und zwei Wochen später gegen Astra Giurgiu. Die Salzburger wollen unbedingt Gruppenerster werden, damit sie in der ersten K.-o.-Runde Heimrecht im Rückspiel haben. „Jetzt haben wir in Glasgow die Chance, Gruppensieger zu werden. Das wollen wir unbedingt schaffen“, erklärte Rangnick zum Abschluss eines erfolgreichen Kurztrips nach Zagreb.

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