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Sport Fußball
08/11/2019

Erste Pleite für Sturm im Steirer-Duell, Remis am Tivoli

Sturm musste die erste Saisonniederlage hinnehmen. Ein Fallrückzieher brachte St. Pölten ein 1:1 beim WSG Tirol.

Wenn der große Klub aus der Landeshauptstadt Graz im oststeirischen Hartberg gastiert, ist das immer so etwas wie ein Volksfest. Auch gestern war die Profertil-Arena ausverkauft. 5.024 Zuschauer sorgten für volle Tribünen an einem wunderschönen Sommertag.

Was die Gekommenen in der ersten Hälfte zu sehen bekamen, hatte viel mit einem typischen Sommerkick zu tun. Sturm-Legende Markus Schopp, mittlerweile erfolgreicher Hartberg-Trainer, hatte jenes probate Mittel gefunden, um die mit zwei Siegen in die Bundesliga-Saison gestarteten Grazer zu stoppen.

Sturm musste gegen defensiv gut stehende Hartberger das Spiel machen. Und hatte damit Probleme. Weil sich das Heimteam selten in die Offensive traute, ging die erste Hälfte ohne eine nennenswerte Chance zu Ende.

Die zweite Hälfte konnte nur attraktiver werden. Und das wurde diese auch. Begünstigt wurde die fußballerische Steigerung allerdings durch eine Ungeschicklichkeit von Sturm-Verteidiger Sakic. Der brachte Gegenspieler Rakowitz im Strafraum zu Fall. Den verhängten Elfmeter verwertete Tadic sicher zur Führung (65.).

Sturm musste nun alles riskieren. Und erzeugte auch großen Druck. Der Hartberger Riegel hielt aber. Die Oststeirer gewannen damit auch das zweite Bundesliga-Heimspiel gegen die Grazer.

Kein Sieger in Tirol

Am Tivoli stand derweil das Duell WSG Tirol gegen St. Pölten an. Und wenn im sogenannten Heiligen Land ein Fußballspiel auf einen Sonntag fällt, dann kann das bisweilen zu ungeahnten Problemen führen. Diana Langes-Swarovski zum Beispiel verpasste deshalb sogar den Wattener Führungstreffer durch Zlatko Dedic. Abgehetzt tauchte die fromme Präsidentin von WSG Tirol im Tivolistadion erst auf, als der Torjubel schon längst wieder verstummt war. "Ich musste noch einmal zurück in die Kirche, ich hatte dort das Handy vergessen", führte sie als Entschuldigung für ihre Verspätung an.

Die Anfangsphase hatte es in sich in diesem Duell zweier Klubs, für die viele Experten lediglich einen Platz in der Abstiegsrunde vorgesehen haben. In den ersten zehn Minuten war gleich zwei Mal der Elfmeterpfiff zu hören: Erst nach einem ungeschickten Rempler von SKN-Verteidiger Luan, dann nach einem Eingreifen von Tirol-Torhüter Oswald. Während Wattens-Goalgetter Dedic seinen Strafstoß souverän verwandelte, scheiterte Balic an Oswald.

Nur das Elfmeterschießen zu Beginn der Partie endete zu Gunsten des Aufsteigers. Aus dem richtigen Match gingen die Gäste aus Niederösterreich als Punktesieger hervor und entführten daher auch verdient einen Zähler aus dem Tivolistadion – 1:1.

Fallrückzieher

Vor allem nach dem Seitenwechsel drängte SKN St.Pölten vehement auf den Ausgleich und fand gegen die bisweilen unsortierte Wattener Defensive plötzlich zahlreiche Chancen vor. Nur die Querlatte und tolle Paraden von Goalie Oswald verhinderten lange Zeit das fällige 1:1, bei einem sehenswerten Fallrückzieher des eingewechselten Ambichl war dann allerdings auch der Tiroler Kapitän machtlos (72.).

Der Ausgleich war wie ein Weckruf für die Hausherren, die in der Schlussphase wieder mutiger agierten und sich nicht mit einem Punkt begnügen wollten. Den Matchball hatte in der Rieder auf dem Fuß, der Tiroler Offensivspieler verstolperte aber die hochkarätige Chance.