ÖFB-Teamchef Marcel Koller gibt sich mit der Leistung seiner Mannschaft nach dem Remis gegen Schweden durchaus zufrieden und appelliert jetzt an die Vernuft und an die Geduld, denn "es warten noch viele enge Spiele."

© Agentur Diener/DIENER / Philipp Schalber

EM-Qualifikation
09/09/2014

Schattenseiten und Lichtblicke des ÖFB-Teams

Eine Analyse zum EM-Quali-Spiel gegen Schweden: Was gut und was weniger gut funktioniert hat.

von Andreas Heidenreich

Er sei zufrieden, weil er Fortschritte gesehen habe, urteilte Marcel Koller am Tag nach dem 1:1 gegen Schweden. Weil man etwa nach dem 1:1 nicht nervös wurde oder gar die Linie verloren habe.

Verbesserungspotenzial ortete der Schweizer im Umschaltspiel auf Offensive nach Ballgewinn. "Das muss besser werden. Da müssen wir mehr aufs Tempo drücken. Wir dürfen die Angriffe nicht verzögern, sodass der Gegner wieder hinter den Ball kommt." Personelle Diskussionen wie etwa über den immer noch nicht austrainiert wirkenden Marko Arnautovic oder Mittelstürmer Marc Janko wollte Koller nicht zulassen. "Janko ist physisch noch nicht bei 100 Prozent. In einem Monat gegen Montenegro und Moldawien ist er aber sicher einen Schritt weiter", sagt der Teamchef und steht zu seinem Stürmer. Was aber war wirklich gut, was schlecht zum Auftakt dieser EM-Qualifikation? Ein Überblick.

- Chancenauswertung: Arnautovic in Hälfte eins übers Tor, Baumgartlinger mit einem Edelroller trotz Raum und Zeit und Janko mit einem stümperhaften und überhasteten Kopfball trotz Zeit für Annahme und Abschluss. Die fehlende Effizienz bleibt Baustelle Nr. 1.

+ Abwehrzentrum: Beeindruckend, wie Dragovic und Hinteregger trotz ihrer Jugend Weltstar Ibrahimovic aus dem Spiel nahmen und die Spieleröffnung gestalteten. Personaldiskussionen wird es auf dieser Position in nächster Zeit keine geben. Bitter für Routinier Prödl und den aufstrebenden Wimmer.

- Standardsituationen: Aus elf Eckbällen muss mehr herauszuholen sein. Anfangs oft zu kurz getreten, klärte Ibrahimovic oft an der ersten Stange. In Durchgang zwei besser getreten, aber es fehlte die Lufthoheit. Extrem ärgerlich ist aufgrund der verordneten Manndeckung bei Standards das Gegentor durch eine einstudierte Freistoßvariante, bei der der für Ibrahimovic zugeteilte Janko seine Aufgabe nicht erfüllt hat und Fuchs nicht mit seinem Gegenspieler – dem Torschützen – mitgelaufen ist.

+ Defensivverhalten: Die Arbeit gegen den Ball hat hervorragend funktioniert. Mit aggressivem Gegenpressing nach Ballverlust setzte man den Schweden dermaßen zu, dass sie sich nur durch hohe Bälle befreien konnten. Ebenso gut das Angriffspressing. Nach 60 bis 65 Minuten mussten die Österreicher dem hohen Aufwand jedoch Tribut zollen.

- Flügelspiel: Eine Mixtur aus Arnautovic und Harnik wäre ideal. So aber fehlte die Durchschlagskraft und die Qualität, Angriffe entscheidend fertig zu spielen. Links aufgrund mangelnder Fitness, rechts wegen technischer Mängel.

Kurier-Noten für die Teamspieler:

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