Michael Gregoritsch

© GEPA pictures/GEPA pictures/ Witters

Sport Fußball
01/17/2020

Deutsche Bundesliga: So spannend war es zuletzt 2010

Michael Gregoritsch und Schalke machen den Auftakt in die Rückrunde. Eine Spitzengruppe verspricht Aufregung.

von Andreas Heidenreich

Nur 26 Tage nach Abschluss der 17. Runde am 22. Dezember ist die Winterpause in Deutschland beendet. Sechs Fragen vor dem Start der Rückrunde am Freitag.

  • Wer macht den Auftakt?

Die Partie zwischen Schalke und Mönchengladbach ist am Freitag (20.30 Uhr, live DAZN, ZDF) auch gleich der Schlager der ersten Runde. Neuzugang Michael Gregoritsch wird bei den Gastgebern gleich in der Startelf erwartet. Der 25-Jährige stand auch bei der Generalprobe gegen Zweitligist HSV von Beginn an am Platz und machte ein Tor. „Er hat unsere Spielidee schon geschluckt“, lobte Trainer David Wagner.

  • Wie viele Österreicher sind dabei?

Zu Saisonstart im August waren es noch 32, heute sind es nach den Transfers von Louis Schaub (von Köln zum HSV) und Robert Zulj (von Hoffenheim nach Bochum) 30. Damit ist Österreich immer noch spitze, die zweitmeisten Legionäre der Liga kommen aus Frankreich (27). Der rot-weiß-rote Dauerbrenner im Herbst war Marcel Sabitzer, der in allen 17 Partien zum Einsatz gekommen ist und sechs Tore erzielt hat. Der Liga erhalten bleibt auch Stefan Ilsanker. Leipzig gibt den Salzburger nicht her, weil mit Orban und Konaté zwei Innenverteidiger verletzt sind. Der Österreicher wird daher wohl auch für den Champions-League-Kader bei der UEFA genannt werden. Weil er im Sommer dafür nicht nominiert worden war, stand zuletzt ein Abgang im Raum.

FBL-GER-BUNDESLIGA-LEIPZIG-HOFFENHEIM
  • Wäre Leipzig der erste bundesdeutsche Meister aus dem Osten?

Ja. Der Winterkönig führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung an. Klubs aus der ehemaligen DDR spielen seit 1991 in der Liga mit. Die ersten waren Hansa Rostock und Dynamo Dresden. Erster gesamtdeutscher Meister nach Ende des zweiten Weltkrieges war Stuttgart unter Trainer Christoph Daum 1992 mit Weltmeister Guido Buchwald in der Abwehr und Matthias Sammer, der 1990 nach dem Mauerfall aus Dresden gekommen war, davor im defensiven Mittelfeld.

  • Wer hat die meisten Transfers getätigt?

Mit sechs Zugängen war Hoffenheim am ehesten nach Veränderung bestrebt. Der Tabellensiebente leistete sich in erster Linie einen in Österreich alten Bekannten: Munas Dabbur kam um 12 Millionen Euro Ablöse vom FC Sevilla. Neu ist auch Torhüter Michael Esser, zuletzt bei Hannover und einst bei Sturm Graz. Am ruhigsten geblieben ist es in München: Die Bayern haben weder Zu-, noch Abgang. Das meiste Geld floss in Dortmund. Der BVB hatte die teuersten Zu- und Abgänge. Erling Haaland kam für 20 Millionen Euro aus Salzburg, Julian Weigl wechselte um den selben Betrag zu Benfica Lissabon. Das Transferfenster der Liga schließt am 31. Jänner.

  • Wird Jürgen Klinsmann Hertha BSC weiterhin coachen dürfen?

Ja, wie die Bild berichtete, war die Lizenz des ehemaligen Bundestrainers abgelaufen, weil er die notwendigen Fortbildungen nicht nachgewiesen hat. Der 55-Jährige erklärte nun, Kurse in seiner Wahlheimat USA besucht und die nötigen Dokumente bereits an den DFB geschickt zu haben. Klinsmann trifft mit der Hertha am Sonntag auf die Bayern, die er ab Sommer 2008 selbst betreute und wo er im April 2009 vorzeitig gehen musste.

  • Wer macht das Rennen um den Titel?

Favorit sind trotz einiger Verletzungen und vier Punkten Rückstand die Bayern. Im Vorjahr hatte man im Winter noch sechs Zähler Rückstand auf Dortmund und wurde dennoch Meister. Spannung ist garantiert. Die Top-5 liegen innerhalb von sieben Punkten beisammen. Eine Spitzengruppe wie diese gab es zuletzt vor zehn Jahren, als Winterkönig Leverkusen fünf Punkte vor dem Fünften Dortmund lag. Auch da jubelten am Ende die Bayern.