Sport | Fußball 12.06.2018

Das Nationalteam fährt erhobenen Hauptes in den Urlaub

Feierabend: Während Costa und die Brasilianer zur WM fahren, sind Alaba und Co. Zuschauer. © Bild: REUTERS / LEONHARD FOEGER

Trotz der Niederlage gegen Brasilien sieht Teamchef Franco Foda nach den Testspielen viel Positives.

Österreich hat seine „Mini-WM“ mit den drei Testspielen gegen Russland, Deutschland und Brasilien bravourös absolviert, dabei Fortschritte erkennen lassen und vor allem nicht enttäuscht. Auch das 0:3 gegen Brasilien war kein Beinbruch, wie Teamchef Franco Foda klarstellte. „Weil beide Teams unter verschiedenen Voraussetzungen ins Spiel gegangen sind.“ Hier Brasilien, das den letzten Test vor der Weltmeisterschaft absolvierte, dort Österreich, das noch einmal die Kräfte mobilisierte, um sich danach in den Urlaub zu verabschieden.

Flexibel

Österreich hat sich in den drei Spielen taktisch flexibel präsentiert, wobei Foda auf die Ausrichtung mit einer Dreier-Abwehrkette setzte und auch gegen Brasilien nicht auf eine Viererkette umschwenkte. Vorgänger Koller ließ stets ein 4-2-3-1 praktizieren. Wird nun ein 3-4-2-1 das Foda-System? „Nein, das ist nicht fixiert. Es gibt schon Überlegungen, wieder etwas zu verändern.“ Das ist er schon allein seinem Anspruch nach Flexibilität schuldig. Im aktuellen System hat jedenfalls David Alaba seine Position im linken Mittelfeld gefunden, wo er in einem System mit Vierer-Abwehr spielen wird, werden die Zukunft und Foda weisen.

Es gibt noch andere Fragen, die nicht final beantwortet sind, vielleicht auch in nächster Zukunft keiner Antwort bedürfen. Etwa der Kampf um die Nummer 1. Jörg Siebenhandl und Heinz Lindner rittern um den Platz im Tor. Siebenhandl leistete sich einen Schnitzer gegen Deutschland, genießt aber das Vertrauen seines Ex-Trainers bei Sturm Graz. Lindner wiederum war gegen Brasilien Österreichs Bester, verhinderte eine höhere Niederlage und warf sich damit in die Poleposition.

Marko Arnautovic agierte in den vergangenen Spielen als Solospitze, wohl auch aus Mangel an aktuell ernsthaften Alternativen. Guido Burgstaller käme in Frage, ebenso Michael Gregoritsch, der diesmal verletzt fehlte. Beide jedoch spielen auch sehr oft aus der Etappe kommend.

Interessant zu beobachten wird sein, ob Arnautovic auf dieser Position eine Interims-, Not-, oder Dauerlösung ist. Jedenfalls könnte er auf der linken Flanke mit Freund Alaba eine funktionierende Flügelzange bilden. Allerdings hält Foda an der Flanke mehr Alternativen als Joker in der Hand als auf der Stürmer-Position.

Zufrieden

Unterm Strich darf man von einem gelungenen „Lehrgang“ sprechen. Foda zeigte sich zufrieden. „Wir nehmen viel Positives mit, ich bin mit allen Spielern sehr zufrieden.“ Fakt ist, dass die Österreicher aufgrund des breiten Kaders, der Qualität in der Mannschaft und den gezeigten Leistungen absolut gerüstet sind für die im Herbst beginnende Nations League. Teamchef Foda hat dafür schon sein klares Ziel genannt: „Der Gruppensieg.“

( kurier.at , kai ) Erstellt am 12.06.2018