CL-Spiel in München: Wie Salzburg ein Debakel verhindern will

Champions League - Group A - FC Red Bull Salzburg v Bayern Munich
Nach der 2:6-Heimblamage sollen die Salzburger bei den Bayern laut Trainer Marsch "kompakter und disziplinierter" auftreten.

Ein Europacup-Spiel ums Eck bestreitet Salzburg mit dem vierten Champions-League-Gruppenspiel bei Bayern München. Knapp 150 Kilometer müssen heute mit dem Mannschaftsbus gefahren werden. Es ist die kürzeste Dienstreise im Europacup in der Ära Red Bull (seit 2005). Bisher war das Bratislava mit 380 Kilometern. Neben den Langzeitverletzten Antoine Bernede und Patson Daka müssen die Salzburger am Mittwoch auch auf Masaya Okugawa verzichten. Den Japaner zwicken die Adduktoren.

Alle anderen Spieler, darunter auch Zlatko Junuzovic, sollten für die schwierigste aller möglichen Aufgaben in der Champions League bereit sein. Bayerns Siegesserie in der Königsklasse beträgt nun schon 15 Spiele, das sind fünf mehr als der nächstbeste Klub hat. Vergangene Saison lieferte Salzburgs Gegner mit sechs Siegen und 24 Toren die beste Gruppenphase der Vereinsgeschichte ab. Nach drei von sechs Spielen sind es heuer drei Siege und zwölf Tore. An Unterhaltungswert fehlt es also nicht. Und so gehört Trainer Hansi Flick zu den wenigen Personen, die am 6:2 in Salzburg vor drei Wochen nur begrenzt Freude hatten: „Für die neutralen Zuschauer war es sicher ein Top-Spiel, aber für uns Trainer nicht.“

79 Minuten hielten die Salzburger vor drei Wochen mit den Bayern mit. Dann wurde aus einem 2:2 doch noch ein 2:6. Trotzdem kündigte Mittelfeld-Motor Mo Camara für das Rückspiel in München (21 Uhr, im Liveticker auf kurier.at) an: „Wir wollen die positiven Erfahrungen des Hinspiels – und das waren gar nicht so wenige – mitnehmen und  wieder frech und aggressiv nach vorne spielen.“
Anderes wird den Salzburgern auch nicht übrig bleiben. Denn den eigenen Strafraum verbarrikadieren, das können sie gar nicht. Das ist ja auch nicht kompatibel mit der Red-Bull-Spielphilosophie.

Trainer Jesse Marsch weiß aber, was sich ändern wird müssen im Vergleich zum Heimspiel: „Wir waren in ein paar Situationen zu naiv. Wir müssen kompakter und disziplinierter sein“, erklärte der US-Amerikaner. Bayern-Trainer Hansi Flick zeigt trotz des Hinspielerfolgs Respekt vor Österreichs Meister. „Salzburg ist ein unbequemer Gegner und hat es schon im Hinspiel gut gemacht. Eine Mannschaft, die den Gegner sehr, sehr gut unter Druck setzen kann und auch im Ballbesitz sehr gute Lösungen hat“, sagte er.

Flick muss gegen Salzburg auf einige Stammspieler verzichten. Besonders die Defensive hat es ziemlich erwischt. Neben Joshua Kimmich und Niklas Süle fehlen den Bayern auch die Außenspieler Bouna Sarr und Alphonso Davies. Der 20-jährige US-Amerikaner Chris Richards etwa könnte dadurch zu seinem Champions-League-Debüt kommen. „Ich habe gehört, dass viele Spieler vielleicht nicht verfügbar sind. Aber am Ende ist der Kader dieser Mannschaft großartig. Sie haben so viel Qualität und einen breiten Kader“, erklärte Marsch am Tag vor dem Spiel.

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