In bestechender Form: Zlatan Ibrahimovic trifft derzeit aus allen Lagen - und bekommt dafür auch Anerkennung von den gegnerischen Fans.

© Reuters/FRANCOIS LENOIR

Champions League
10/24/2013

Ibrahimovic: Der Große mit dem weichen Kern

Zlatan Ibrahimovic wurde erstmals von Fans des Gegners bejubelt und war gerührt.

Am 15. und 19. November stehen sie einander im WM-Play-off mit Schweden und Portugal gegenüber. Einer der beiden wird nicht zur WM nach Brasilien fahren. Schade, wenn man am Mittwochabend verfolgt hat, wie Zlatan Ibrahimovic und Cristiano Ronaldo einmal mehr ihre absolute Weltklasse zur Schau stellten. Und das auf allerhöchster Ebene. Ein Champions-League-Abend, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Alles überstrahlt hat dabei Ibrahimovic mit seinen vier Treffern beim 5:0-Sieg von Paris Saint-Germain gegen Anderlecht, wobei zwei Tore wieder einmal nicht schöner hätten sein können. Ein Ferserl und ein Weitschuss ins Kreuzeck – da mussten sich sogar die belgischen Fans von ihren Sitzen erheben und applaudieren. Tatsächlich. „Das war verrückt, ich hatte Gänsehaut“, sagte der Stürmerstar aus Schweden. „Das ist eine große Ehre für mich. Ich möchte mich bei den Fans bedanken.“

Es sei ihm zum ersten Mal passiert, dass er auswärts beklatscht worden sei. Ausgerechnet er, der für gewöhnlich polarisiert und die Massen spaltet wie kein Zweiter, hatte plötzlich nur noch Fürsprecher und Fans. „Da kann man doch nur applaudieren“, sagte auch Anderlechts Fabrice N’Sakala.

Traumtor

Ibrahimovic ist derzeit in aller Munde. Bereits am Wochenende hatte er mit einem Traumtor geglänzt. Beim 4:0 im französischen Ligaspiel gegen Bastia hatte er eine Flanke volley mit der Ferse über seine Schulter hinweg verwandelt.

Vier Treffer in einem einzigen Champions-League-Spiel erzielte er aber noch nie zuvor. Neun Spielern ist das bereits zuvor gelungen, zuletzt Robert Lewandowski bei Dortmunds 4:1-Sieg im Halbfinale gegen Real Madrid am 24. April. Fünf in einem Spiel gelangen bisher nur Lionel Messi – am 7. März 2012 beim 7:1 von Barcelona gegen Leverkusen.

Nach seiner Gala hält Ibrahimovic derzeit bei 37 Toren in der Königsklasse. Zwanzig mehr hat derzeit Cristiano Ronaldo vorzuweisen, der mit seinen Toren Nummer 56 und 57 am Mittwoch beim 2:1 gegen Juventus Turin Ruud van Nistelroy (56) in der ewigen Schützenliste überholte. Nur noch Raúl (71) und Messi (63) haben mehr als der Portugiese.

Traumpass

Ronaldos erster Treffer an diesem Abend war überhaupt sein schnellster bisher: In der vierten Minute umkurvte er Juves Altstar Gianluigi Buffon nach Traumpass von Angel di Maria und traf aus spitzem Winkel zum 1:0. Der Treffer zum 2:1 resultierte aus einem Elfmeter.

Wenig Grund zur Freude gab es in Moskau für Manchester City – trotz des 2:1-Sieges gegen ZSKA. Die Engländer beschwerten sich bei der UEFA wegen rassistischer Attacken gegen Kapitän Yaya Touré. Touré hatte den Schiedsrichter in der zweiten Halbzeit wütend darauf aufmerksam gemacht, dass er von Teilen des Publikums in der Chimki-Arena mit Affenlauten beschimpft werde. Nach dem Spiel forderte er die UEFA zu harten Sanktionen auf: „Sie müssen jetzt reagieren, sie müssen das stoppen. Vielleicht müssen sie das Stadion für ein paar Spiele oder ein paar Jahre sperren“, sagte der Teamspieler der Elfenbeinküste.

Gut, besser, Zlatan

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