Sport | Fußball 05.12.2011

Bewährungsprobe für Rapid

Nach dem Skandalderby gibt es für 63 Rapid-Fans die Rote Karte. Am Sonntag folgt beim Test gegen Hoffenheim der Probegalopp.

Es war der Skandal der abgelaufenen Spielsaison. Am 22. Mai endete das Wiener Derby im Hanappi-Stadion mit einem Platzsturm. Randalierende Rapid-Fans sorgten für einen Spielabbruch. Der Verein hat seine Strafe ausgefasst.

Jetzt werden auch die Konsequenzen gegen die Rowdys gezogen. Ab der neuen Spielsaison sind strengere Kontrollen vor den Stadien angekündigt. Rapid hat zudem 63 Platzstürmer aus dem Stadion verbannt.

Wie wird das in der Praxis ausschauen? Wenige Tage vor dem Start der Bundesliga lassen sich weder Polizei noch der Fußballklub in die Karten blicken. "Wir beschreiten hier Neuland", sagt die Wiener Polizei. Einzig fix ist: Am Sonntag findet beim Testspiel gegen Hoffenheim im Hanappi-Stadion der Probegalopp für für die kommende Spielsaison statt.

Die Aufgabenverteilung ist klar. Die Kontrolle des Platzverbots und die Durchsuchung von Fans, die entgegen der Hausordnung mit verbotenen Waffen oder pyrotechnischen Gegenständen ins Stadion drängen, erfolgen weiterhin durch die Ordnerdienste. Im Fall von Rapid soll in der Vergangenheit das eine oder andere Auge zugedrückt worden sein. Daher steht ab sofort die Polizei nicht mehr abseits der Drehkreuze, sondern direkt neben den Ordnern.

Verbote

Spannend könnte es am Sonntag werden, sollten einige jener 63 Randalierer ins Stadion drängen, über die Rapid vor wenigen Tagen ein Platzverbot verhängt hat. Die Rowdys wurden anhand von Filmaufnahmen und Fotos identifiziert.

Nun ist auch die Bundesliga am Zug, gegen die Ruhestörer ein österreichweites Platzverbot zu verhängen. Das wäre ungewöhnlich. Aktuell sind ganze fünf Fans österreichweit von Fußballspielen ausgeschlossen. Ob die Platzstürmer auch gerichtlich wegen "Landfriedensbruch" belangt werden, ist offen. Der Staatsanwalt hat sich in Sachen Anklage noch nicht entschieden.

Erlass

Laut Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat ihr Ministerium die Hausaufgaben erledigt. Ein Erlass ist ergangen. Dabei geht es um den verstärkten Polizeieinsatz vor den Stadien. Wenn es nach der Ministerin geht, muss es jetzt "die Rote Karte für Rowdys und Chaoten" geben.

Bei Rapid-Spielen werden vor dem Stadion in Zukunft "zehn szenekundige Beamte" den Ordnerdienst unterstützen. Die Ministerin will auch mehr Beamte aufbieten, die in Zukunft Fans von Gastmannschaften zu Auswärtsspielen in Österreich begleiten.

Wirklich einschreiten können die Polizisten aber erst, wenn der Sicherheitsdienst einen unerwünschten Fan identifiziert. Wenn es nach Mikl-Leitner geht, soll sich die Polizei "sehr aktiv einbringen". Etwa, wenn es darum geht, pyrotechnische Gegenstände zu finden. "Verdächtige klopfen wir ab", sagte Mikl-Leitner.

Meetings

Damit die friedlichen Fans in Zukunft auf dem Fußballplatz ungestört feiern können, fordert die Ministerin auch Sicherheitsmeetings zwischen der Exekutive mit den Bundesligavereinen vor und nach dem Ende der Spielsaison. "Mein Ziel ist, dass der Fußballplatz ein Ort für ruhige Familienfeste ist."

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011