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Sport Fußball
10/26/2019

Austrias Monschein: Die Lichtgestalt in der Schattenwelt

Der neunfache Saisontorschütze Christoph Monschein über Austrias Chancen und Probleme in der Bundesliga.

von Alexander Strecha

Er ist hin- und hergerissen in seinen gemischten Gefühlen. Dabei erfüllt Christoph Monschein seit mehr als einem halben Jahr des Stürmers Pflicht und erzielt Tor um Tor, in der laufenden Saison schon neun, doch wirklich zufrieden kann er nicht sein. Denn die Austria geht trotz seiner Treffer allzu selten als Sieger vom Platz. "Ich kann mich irgendwie nicht so freuen über meine Tore und meine Leistungen."

Der seit Dienstag 27-Jährige befindet sich in der besten Phase seiner Karriere. "So blöd das auch klingt in der aktuellen Situation. Aber vor zwei Jahren war ich sicher nicht besser. Mein Ziel ist es, dass ich mich immer irgendwie weiterentwickle." Das hat er zuletzt stetig getan. Schon im Frühjahr war er der einzige Austrianer, von dem man behaupten konnte, dass er annähernd seine Normalform erreicht. Daran hat sich nichts geändert.

  • 11 Tore: Erling Haaland (Salzburg), Shon Weissman (WAC)
  • 9 Tore: Christoph Monschein (Austria), Patson Daka (Salzburg)
  • 8 Tore: Dario Tadic (Hartberg), Taxiarchis Fountas (Rapid)
  • 7 Tore: Andreas Gruber (Mattersburg)
  • 6 Tore: Sekou Keita (Salzburg)
  • 5 Tore: Dogbole Niangbo (WAC), Sinan Bakis (Admira), Hwang Hee-Chan (Salzburg), Mergim Berisha (Altach), Zlatko Dedic (WSG Tirol)

Der Fahnenträger

Während sich die meisten seiner Kollegen von ihrem Können weit entfernt haben, hält Monschein die violette Fahne hoch. Er vermittelt den Fans jenen Willen, den sie bei seinen Mitspielern oft oder gar immer vermissen. Monschein, dessen Spielart nicht ohne Limit ist, kämpft, läuft, rackert, versucht, trifft, gibt nicht auf. "Ich fühle mich gut. Ich weiß, dass ich in jedem Spiel meine Chancen bekomme." Es gelingt ihm, sich von allen Turbulenzen im Umfeld abzukapseln. "Natürlich ist das schwierig, aber ich versuche, mich auf mein Spiel zu fokussieren."

Dabei wäre auch sein Fußballerleben viel einfacher, würden seine Nebenleute annähernd so stark agieren wie er. "Ich wünsche mir, dass viele verschiedene Spieler treffen. Läuft es generell bei uns besser, ist es auch für mich einfacher, denn dann gibt es mehr Räume und noch mehr Chancen." Und vor allem viel mehr Spaß. "Erfolge machen Spaß", sagt Monschein, doch die Austrianer haben derzeit nicht viel zu lachen. Die Gründe für die mäßigen Leistungen der Austria sind vielfältig. Zum einen die Verunsicherung, zum anderen die Einstellung. "Sind wir in Führung, spielen wir fehlerhaft. Es gelingt uns einfach nicht, einen Vorsprung staubig runterzuspielen." Man stelle Teile der taktischen Vorgaben plötzlich ein, jeder Einzelne wird vermehrt anfällig für Fehler. "Da fehlen uns die Ruhe am Ball und daher das präzise Spiel. Damit hören wir einfach auf."

Ebenso vielfältig sind die Gründe für Monscheins Hochform. Seine Ernährung hat er umgestellt, er fühlt sich nun fitter und besser. Aber nicht nur den Körper pflegt er, auch der Kopf darf nicht zu kurz kommen. "Seit meiner Zeit in Ebreichsdorf mache ich Mentaltraining, um mich besser konzentrieren zu können und den Willen zu stärken." Angst vor dem Ende seiner positiven Serie hat der Niederösterreicher nicht. "Das blende ich aus. Vielmehr denke ich, dass ich die nächste Chance bekommen werde."

Im nächsten Spiel. Daheim, am Samstag gegen Wattens (17 Uhr). Die Austria wird einen Monschein in Topform abermals benötigen.

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