Sport | Fußball
03/03/2019

"Auferstehung" lässt Rapid auf Meistergruppe hoffen

Über den Winter hat Rapid verloren geglaubte Tugenden wiederentdeckt - und den Sprung in die Top 6 fast geschafft.

Rapid präsentiert sich im Frühjahr auf nationaler Ebene weiterhin in Meisterrunden-Verfassung. Das 4:0 am Samstag beim SKN St. Pölten bedeutete für die Hütteldorfer den höchsten Sieg in dieser Fußball-Bundesliga-Saison, zudem gelangen erstmals in dieser Spielzeit zwei Meisterschafts-Erfolge en suite.

Und dennoch sind die Top sechs für Rapid noch einigermaßen weit entfernt. Vor den Sonntag-Spielen betrug der Rückstand auf Rang sechs nach Verlustpunkten gerechnet vier Zähler, die Grün-Weißen sind also in den letzten beiden Runden vor der Teilung auf fremde Schützenhilfe angewiesen. "Wir wollen es unbedingt schaffen, aber es liegt leider noch immer nicht in unserer Hand", erklärte Thomas Murg.

Trotzdem gewinnt der Optimismus bei Rapid immer mehr die Oberhand. "Wir müssen jetzt die nächsten beiden Spiele gewinnen und dann bin ich guter Dinge, dass wir in der Meisterrunde sind", meinte Innenverteidiger Mario Sonnleitner.

Machbare Aufgaben

Als letzte Gegner im Grunddurchgang warten Mattersburg auswärts und Hartberg daheim - keine unlösbaren Aufgaben angesichts der Tatsache, dass vor einer Woche sogar Red Bull Salzburg besiegt wurde. Der Erfolg über den Serienmeister könnte sich nun als Initialzündung erweisen. "Das Salzburg-Spiel hat uns natürlich geholfen, aber auch die Partien gegen Inter Mailand (Anm.: 0:1 und 0:4) waren nicht so schlecht", betonte Trainer Dietmar Kühbauer.

Seine Truppe wirkt nach der Winter-Vorbereitung kompakter und scheint in einer deutlich besseren physischen Verfassung zu sein. "Die Mannschaft ist jetzt giftiger und aggressiver in den Zweikämpfen, hinten viel stabiler und vorne weiterhin stark", sagte Kühbauer.

Auf den SKN St. Pölten trafen diese Attribute zumindest am Samstag nicht zu, selbst wenn Trainer Ranko Popovic beschwichtigte: "Die erste Hälfte war nicht so schlecht. Die Mannschaft ist gut gestanden und war spielerisch nicht so schlecht."

Altach droht der Abstieg

Seit der Serbe im Amt ist, reichte es für die Niederösterreicher in zehn Runden nur zu neun Punkten. Unter seinem Vorgänger Kühbauer sammelte St. Pölten in neun Runden 20 Zähler - auch deshalb befindet sich der Tabellendritte mit vier Punkten Vorsprung auf Rapid noch immer in einer guten Position.

Keine Gedanken über die Meistergruppe muss sich der SCR Altach machen. Für die Vorarlberger geht es in dieser Spielzeit ausschließlich um den Liga-Verbleib, der seit Samstag wieder etwas schwieriger zu bewerkstelligen ist.

Durch die 0:1-Niederlage gegen den bisherigen Letzten Admira rutschte der Ländle-Club ans Tabellenende ab, Trainer Werner Grabherr könnte vor dem Aus stehen. Klarheit soll ein Gespräch aller Entscheidungsträger in der kommenden Woche bringen. "Es ist keine angenehme Situation", sagte Sportdirektor Georg Zellhofer auf Sky. "Dass der Trainer in der Kritik steht, ist nachvollziehbar."