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Sport Fußball
03/20/2020

Arsenal-Torfrau Zinsberger: "In London ist es noch entspannter"

Die England-Legionärin über die Lage in ihrer Wahlheimat, die Distanz zur Familie und das Positive an der Krise.

von Günther Pavlovics

Die Europameisterschaft der Fußballer ist verschoben, ebenso die Endspiele von Champions League und Europa League. Beide Klubbewerbe sind derzeit ausgesetzt, offen ist wann und ob es überhaupt weitergehen kann. Auch das Viertelfinale der Champions League der Frauen, das am 25. März und 1. April gespielt werden sollte, wurde verschoben. Änderungen wird es auch nächstes Jahr bei der Damen-EM in England geben. Das Eröffnungsspiel war am 7. Juli 2021 in Manchester geplant, das Herren-Finale findet nun am 11. Juli 2021 im Londoner Wembley-Stadion statt. Österreichs Spielerinnen hoffen noch auf die Qualifikation für die Endrunde, das Spiel gegen Gruppenfavorit Frankreich am 14. April in St. Pölten wurde am Donnerstag abgesagt. Carina Wenninger (Bayern München), Viktoria Schnaderbeck und Manuela Zinsberger (beide FC Arsenal) müssen derzeit abwarten, wie es in der englischen Liga und Champions League weitergeht.

Der KURIER erreichte Manuela Zinsberger, Österreichs Torfrau im Nationalteam, in London, seit Sommer ihre sportliche Heimat.

KURIER: Frau Zinsberger, wobei störe ich Sie gerade?

Manuel Zinsberger: Bei nichts Besonderem. Ich bin in meiner Wohnung mache Homework, wir haben ja kein Training.

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Seit wann wird beim FC Arsenal nicht mehr trainiert?

Ich bin Donnerstag vom Nationalteam zurückgekommen. Da wurde bekannt, dass der Trainer unseres Männerteams positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Das Trainingsgelände wurde sofort gesperrt. Und dann wurden auch schon unsere Spiele abgesagt.

Jetzt wurde sogar die Herren-EM verlegt. Verständlich?

Das war zu erwarten und ist angesichts der gesundheitlichen Situation in Europa gut so. Für uns Frauen ist es nicht so ideal, weil wir jetzt unsere EM nach der Endrunde der Männer spielen müssen und dadurch wahrscheinlich weniger Aufmerksamkeit haben als sonst. Aber was soll’s. Die Gesundheit geht vor.

Was machen Sie neben dem Heimtraining?

Ich gehe laufen, bin aber meistens in meiner Wohnung. Ab und zu gehe ich ein bisschen spazieren, halte aber ganz bewusst Abstand zu den Menschen.

Wie ist die Stimmung im Großraum London?

Das Virus ist schon Thema, aber es geht entspannter zu als in vielen anderen Ländern in Europa. Bei mir in der Nähe ist zwei Mal in der Woche noch immer ein Markt. Die Stände sind ganz knapp bei den normalen Geschäften, da sind die Menschen extrem eng beieinander.

Sie wissen aber schon, was in Österreich derzeit los ist?

Na klar. Ich telefoniere ja regelmäßig mit meinen Eltern und mit meiner Schwester, die Rettungssanitäterin ist. Da bekomme ich mit, wie das war mit Hamsterkäufen und Klopapier. Da fragt man sich manchmal, wovor man mehr Angst haben muss. Vor dem Virus oder davor wie manche Menschen auf Maßnahmen reagieren, die notwendig sind.

Ist Ihnen in der derzeitigen Situation manchmal langweilig?

Überhaupt nicht. Man hat jetzt Zeit, ein bisschen zur Ruhe kommen, sich mit anderen Dingen als Fußball zu beschäftigen.

Das wären?

Ein Buch lesen, einen Film oder eine Dokumentation schauen, die eMails machen, mich mit meiner neuen Kamera auseinandersetzen, die Wohnung von oben bis unten putzen. Und mit Familie und Freunden zu telefonieren, ohne in Zeitdruck zu sein, ist ebenfalls fein. Da bekomme ich mit, was in Österreich los ist, in meiner alten Heimat München oder in der Schweiz. Da fängst du dann an nachzudenken, was denn wirklich wichtig ist im Leben.

Haben Sie überlegt nach Österreich zur Familie zu fliegen?

Nur kurz am Anfang, weil meine Eltern rund um unser Champions-League-Spiel gegen Paris am 25. März eigentlich nach London kommen wollten. Da wird jetzt aber sowieso nichts draus. Aber sie sollen lieber auf sich schauen und auf die Omas. Das Wichtigste ist die Gesundheit – und alles andere geht schon wieder vorbei.

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