Sport | Fußball-WM
27.06.2018

Sorge um Maradona: Abgehoben, ausgerastet, kollabiert

"Ich möchte Ihnen sagen, dass es mir gut geht", gab Argentiniens Fußball-Idol einen Tag nach seiner traurigen Show Entwarnung.

Es hat etwas von einem Renaissance-Gemälde, jenes Foto von Diego Maradona: Angehimmelt von Zuschauern, umklammert von seiner Entourage - eine Umarmung, die wohl verhindern soll, das auf den metaphorischen Absturz auch ein physikalischer in den unteren Tribünenrang folgt - badet der einstige argentinische Nationalheld im Sonnenlicht. Währenddessen kämpft unter ihm auf dem Platz "sein" Nationalteam, das er einst als Trainer bis ins WM-Viertelfinale 2010 führte, um den Verbleib in der Weltmeisterschaft.

Es ist eines der vorteilhafteren Fotos von Maradona an jenem Abend.

Diego Maradona

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WM-Gruppenphase, Argentinien - Nigeria

WM-Gruppenphase, Argentinien - Nigeria

WM-Gruppenphase, Argentinien - Nigeria

WM-Gruppenphase, Argentinien - Nigeria

WM-Gruppenphase, Argentinien - Nigeria

WM-Gruppenphase, Argentinien - Nigeria

Sichtlich mitgenommen wankt Maradona auf der Tribüne herum, schläft ein, erwacht wieder, feiert den argentinischen Führungstreffer durch Lionel Messi, flucht zum Himmel, als Nigeria ausgleicht. Und als Marcos Rojo wenige Minuten vor Schluss den Siegestreffer erzielt, der Argentinien den Aufstieg beschert, entgleitet Maradona gar das:

Die Fans in den sozialen Medien waren sich einig - Maradonas Auftritt war ebenso besorgniserregend wie traurig. Ein Video zeigte den sichtlich angeschlagenen 57-Jährigen, der - gestützt auf einen Begleiter - seinen Platz verließ.

Der Ex-Nationalspieler wurde im Anschluss an die Partie von Sanitätern behandelt. Ein Bild auf Twitter zeigte Maradona in Gegenwart von zwei Sanitätern, die ihn auf dem Weg in die Loge stützen.

Entwarnung

Einen Tag nach seiner traurigen Show gab Maradona Entwarnung. "Ich möchte Ihnen sagen, dass es mir gut geht", schrieb der 57-Jährige am Mittwoch auf Instagram.

Er sei nicht im Krankenhaus gewesen, versicherte er, habe aber in der ersten Halbzeit Nackenschmerzen gehabt und eine Dekompensation (Symptome einer Organstörung, Anm.) erlitten. Ein Arzt habe ihm empfohlen, ins Hotel zu gehen.

"Aber ich wollte bleiben, weil es für uns um alles ging. Wie hätte ich da gehen können?", fragte Maradona. Als Marcos Rojo in der 86. Minute das Siegestor geschossen hatte, hatte sich Maradona brüllend mit ausgestreckten Mittelfingern über die Brüstung seiner VIP-Loge gelehnt. Er schicke allen einen Kuss und entschuldige sich für den Schock, den er ausgelöst habe. "Diego wird noch eine Weile da sein", schrieb er.