Sport | Fußball-WM
21.06.2018

Frankreich löst das WM-Achtelfinal-Ticket

Kylian Mbappé erzielt das Goldtor gegen Peru und ist Frankreichs jüngster Torschütze der WM-Geschichte.

David Trezeguet, Tribünengast in Jekaterinenburg, wird es freilich in der 34. Minute mehr als nur wohlwollend zur Kenntnis genommen haben, dass er soeben einen nationalen Rekord los wurde. Kylian Mbappé war seit diesem Moment mit 19 Jahren und sechs Monaten jüngster WM-Torschütze Frankreichs. Giroud wollte eigentlich schießen, von einem Peruaner prallte der Ball zum PSG-Star ab, der ungehindert einschießen konnte.

Ein Blick zurück: Trezeguet war 1998 beim 4:0-Sieg gegen Saudi Arabien für den späteren Weltmeister erfolgreich und damals 20 Jahre und acht Monate alt. Das Tor von Mbappé hatte wahrscheinlich noch größeren Wert als jenes seines Vorgängers - es war das Siegestor gegen Peru. Verbunden mit dem Einzug ins Achtelfinale.

Starker Start

Für viele positive Momente sorgten beim 1:0-Sieg vor der Pause auch die anderen zehn Franzosen, die sich vor in besserer Spiellaune, technisch gereifter und schneller im Spiel nach vorne als noch beim 2:1-Sieg gegen Australien präsentierten. Von Beginn an war die Équipe Tricolore nämlich tonangebend, vor allem Griezman, aber auch die anderen Stars wie Giroud oder Pogba waren stets gefährlich.

Und die Peruaner? Hatten wenig Feuer im Offensivspiel und in der Defensive brannte es zumeist lichterloh. Mit dem 0:1 zur Pause waren die Südamerikaner gut bedient. Die einzige Chance hatte Guerrero, der alleinstehend vor dem Tor den Ball an Lloris nicht vorbeibrachte. Der Stürmer hätte ja gar nicht spielen sollen, der CAS verurteilte den 34-Jährigen wegen Dopings im Mai zu einer 14-monatigen Sperre. Dagegen zog Guerrero vor das Schweizer Bundesgericht, das entschied, dass die Sperre bis zur Entscheidung provisorisch ausgesetzt wird.

Peru harmlos, Frankreich spielte auf Zeit

Nach der Pause brachten die Peruaner Routinier Farfán und sie spielten vor allem mehr Herz. Ein solches fasste sich Aquino ein solches – sein Schuss aus 25 Metern krachte ans Lattenkreuz. Die weiteren Weitschüsse waren eher harmloserer Natur.

Peru stemmte sich zwar mit allen Kräften gegen das Aus, die Mittel, um den EM-Finalisten aber doch noch zu stürzen, fehlten aber. Was taten die Favoriten? Wie vor der Pause kamen sie phasenweise nicht aus der eigenen Hälfte, taten aber das Notwendigste um sich über die Zeit, und damit in die K.o-Phase zu retten. Die Peruaner hingegen, die erstmals seit 1982 bei einer Endrunde zu sehen waren, dürfen nach der Vorrunde wieder heimfahren.