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Sport
12/21/2019

Fünf Sportbücher, die unter den Weihnachtsbaum müssen

Von Marcel Hirscher über Dirk Nowitzki bis zu Anekdoten von ORF-Sportreporterlegende Peter Elstner.

„Die Biografie“ über den Größten

Heuer beendete Marcel Hirscher seine Karriere. Eine goldene Karriere, die eine der erfolgreichsten im alpinen Skisport war. Grund genug, um auf diese mit allen vielen Höhepunkten zurückzuschauen. Der Titel „Die Biografie“ lässt eher ein schlichtes Werk vermuten, der Inhalt ist genau das Gegenteil.

Der Salzburger spricht vor allem über den harten Weg auf den Olymp und über die Hintergründe seiner unglaublichen Erfolge. „Manchmal war ich mir selbst ein Rätsel, wie ich das alles geschafft habe“, erinnert sich Hirscher an seine mentale Stärke. Daneben gibt es auch Anekdoten über weniger angenehme Dinge wie den Drohnen-Crash in Madonna („Wäre ich eine Zehntelsekunde langsamer gewesen ...“)

Auch andere Stars seines Metiers kommen zu Wort. Legende Ingemar Stenmark, mit 86 Weltcup-Siegen noch die Nummer eins, zieht seine Skihaube vor dem Ausnahmekönner: „Marcel ist der beste Skifahrer, den es jemals gab.“

„Die BiografieMarcel Hirscher  
Alex Hofstätter, Stefan Illek und Michael Pircher,
Egoth Verlag GmbH, 368 Seiten, 29,90 Euro. 

Legenden der Ski-Leidenschaft

Der Salzburger Sportjournalist Wolfgang Maria Gran und Fotograf  Andreas Schaad haben internationale Skilegenden zum Thema gemacht. Und es wurde ein Buch, das man trotzdem braucht. 

Denn es sind Geschichten entstanden, die mittels akribischer Recherche und unzähliger Treffen in diversen Wohnzimmern sehr persönliche, ganz neue Einblicke ermöglichen. Kein Sponsorvertreter mischt sich in die jeweiligen Gespräche ein, kein Skiverband zwingt das Gesagte in ein Korsett. Der Autor meint dazu: „Das Buch ist sehr international angelegt, weil wir kein österreichisches Heldensagenbuch machen wollten, aber natürlich kommen viele Österreicher vor: von Franz Klammer über Stefan Eberharter, Aksel Lund Svindal, Christian Neureuther und Rosi Mittermeier bis zu vielen Schweizern wie Peter Müller, Franz Heinzer, Vreni Schneider, Erika Hess - eine wirklich bunte Palette.“

Ein Buch über Freude, Trauer, Freund-  und Feindschaften.

„Legenden“, Geschichte und Geschichten des Alpinen Skisports
Wolfgang Maria Gran, Andreas Schaad,
Verlag Pantauro, 224 Seiten, 28 Euro.

Siege, Skandale und Aufreger

Elisabeth Auer hat sich als Sportjournalistin und TV-Moderatorin (ORF, ATV, SchauTV) jahrelang Einblicke ins österreichische Sportgeschehen verschafft. Was waren die größten, vielleicht auch die bittersten Momente, wer sorgte dafür? Eine Geschichte über Siege, Skandale und sonstige Aufreger.

War es Österreichs WM-Erfolg über Deutschland 1978 in Córdoba? Oder berührte das 0:9 von Valencia die Gemüter doch noch mehr? Wie wär’s mit Thomas Musters French-Open-Triumph? Oder Hintergründe zu Niki „Nationale“ Lauda? Der Rekordsiegesserie der österreichischen Skispringer? Dem „patscherten Leben“ von Box-Legende Hans Orsolics? Und ganz nebenbei: Was weiß man über Frauenfußball in Österreich

Versammelt werden jedenfalls die unvergesslichsten, aufregendsten und emotionalsten Momente der heimischen Sporthistorie. Elisabeth Auer legte ein Buch vor, das zum Schmökern, Wiedererinnern und Neuentdecken anregt.

100 x Österreich, Es lebe der Sport!
Elisabeth Auer,
Amalthea Verlag,
236 Seiten, 22 Euro.

Eine umwerfende Sportler-Biografie

Deutschland ist eine Sport-Nation. Nur im Basketball liegen die größten Erfolge weit zurück. 1993 gewann die Nationalmannschaft den EM-Titel, 2002 holte man noch Bronze bei der WM. Doch ein deutscher Spieler ragte haushoch heraus: Dirk Nowitzki.

Seit Ende der 1990er-Jahre mischte der heute 41-Jährige die stärkste Liga der Welt auf, die NBA (National Basketball Association). „German Wunderkind“ wurde zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt, war zwölf Mal im All-Star-Team und gewann mit den Dallas Mavericks die Meisterschaft.  

Thomas Pletzinger erzählt in seiner umwerfenden Biografie die Geschichte eines der größten Sportler Deutschlands, der zu einem globalen Superstar wurde. Er erzählt, wie der groß gewachsene Bursche aus Würzburg entdeckt wird, wie er versucht, europäische Taktik mit amerikanischer Power zu kombinieren. Pletzinger schreibt: „Basketball nach Nowitzki war anders als Basketball vor ihm.“

Aufdecken mit Augenzwinkern

„Ein Phänomen, das zu den menschlichen Sonderbarkeiten zählt, ist die Tatsache, dass ein großer, aber normaler Erfolg nicht immer so viel Aufsehen erregt wie das Misslingen einer Aktion“, schreibt Peter Elstner in seiner Einleitung zur Titelgeschichte. Darin verrät die ORF-Sportreporterlegende, wie sich Teamchef Pepi Hickersberger und die Nationalmannschaft 1989 trotz geschaffter WM-Qualifikation unmittelbar nach dem 3:0-Sieg  über die DDR      bei Hunderttausenden österreichischen  TV-Zusehern schuldlos  unbeliebt machten.

Von dieser ORF-Panne hatte die Öffentlichkeit   ebenso wie von  anderen Hoppalas in anderen Sportarten     die ganze Wahrheit    selten bis nie erfahren.   Mit Augenzwinkern   nimmt         Elstner   auch den einen oder anderen ehemaligen Sporthelden aufs Korn.  Oder wussten  Sie zum Beispiel,   wie Karl Schranz, dem so  gefürchtet autoritär gewesenen Arlberger Ski-Weltmeister, von seinen Freunden in Wien das Schnorren abgewöhnt wurde? 

„Pepi, lass mi eine ...“ Ein Rückblick in Sportanekdoten         
Peter Elstner
Seifert-Verlag, 248 Seiten, 24,95 Euro.