Sport
03.08.2018

EM-Titel im Überfluss: Sammelsurium im Sommerloch

92 österreichische Sportler kämpfen an elf Tagen in sieben Sportarten und 188 Entscheidungen.

Sammel-EM? Siebener-EM? EM United?

Sechs Europameisterschaften finden bis Sonntag in einer Woche in Glasgow statt, eine in Berlin. Europameisterschaften im Schwimmen, Kunstturnen, Radsport, Rudern, Triathlon und Golf in Schottland und in der Leichtathletik ab 7. bis 12. August in Deutschland.

Die Eigenbezeichnung lautet ohne großes Schnickschnack, ohne Modenamen: „European Championships“. Und sie sind laut Eigendefinition „das ultimative Multisport-Event des Kontinents: 4500 Spitzensportler, 52 Nationen, zehn Tage Fernsehübertragung, sieben Sportarten, zwei Städte, ... ein Multisport-Event.“

Die European Championships sind nicht die Neuerfindung des Sommersports. Man versucht aber damit, in der allgemeinen Saure-Gurken-Zeit in den Medien zu überzeugen und das Sommerloch im Fußball zu überbrücken. Vorbild fürs Sommerloch-Stopfen sind pikanterweise die Wintersport-Übertragungen am Wochenende, die sich fast über den ganzen Tag erstrecken.

Die EBU, der Dachverband der europäischen frei empfangbaren Sender, ist Medienpartner der European Championships mit ihren 188 Entscheidungen. Bis zu 3500 Live-Stunden werden zu sehen sein. 40 Sendestationen werden acht bis zwölf Stunden täglich übertragen, darunter die Top 5: Die BBC in Großbritannien, ARD und ZDF in Deutschland, France Télévisions in Frankreich, die RAI in Italien und TVE in Spanien. 100 Live-Stunden sind eingeplant, auf 1,03 Milliarden werden die potenziellen TV-Zuschauer beziffert. ORF Sport+ berichtet live von der Leichtathletik und vom Schwimmen.

Für Glasgow ist es das größte Sportereignis seit den Commonwealth Games 2014. Die Sportbegeisterung in der schottischen Metropole ist noch immer groß: 10.000 Menschen haben sich für 4000 Stellen als Freiwillige beworben.

92 Österreicher gehen in den elf Tagen an den Start.

Rudern

Vier Frauen und acht Männer sind im Strathclyde Country Park rund 25 Kilometer südöstlich von Glasgow dabei. Magdalena Lobnig machte den Auftakt. Die Kärntnerin zog als Vorlaufsiegerin ins Finale am Sonntag ein.

Radsport

Österreichs Aufgebot besteht aus vier Bahn- und sechs Straßenfahrern. Auf der Bahn haben im Sir Chris Hoy Velodrome in der Emirates Arena im Osten von Glasgow heute Verena Eberhardt und Andreas Graf im Scratch ihre ersten Einsätze.

Schwimmen

Der österreichische Verband schickt im Becken-, Freiwasser-, Synchronschwimmen und Wasserspringen 35 Aktive nach Schottland. Der Niederösterreicher Felix Auböck geht schon heute über 400 Meter Kraul als Nummer eins der Nennliste in die Vorläufe im Tollcross International Swimming. Auch die synchron schwimmenden 21-jährigen Alexandri-Drillinge haben im Scotstoun Sports Campus westlich von Glasgow als Ziel eine Medaille. Im Duett erreichten bei der EM vor zwei Jahren das Anna-Maria und Eirini-Marina sowohl in freier als auch technischer Kür Rang fünf, Schwester Vasiliki Pagona wurde im Solo Siebente und Achte.

Turnen

Fünf Frauen und fünf Männer in Rot-Weiß-Rot sind bei der Kunstturn-EM im SSE Hydro and SEC Centre, vier Kilometer westlich vom Stadtzentrum, am Start. In der 8000 Zuschauer fassenden Halle fand 2015 die WM statt. Alissa Mörz hat den bekanntesten Namen, ist doch der Vater der 15-Jährigen Ex-Fußballprofi Michael Mörz.

Triathlon

Fünf Aktive sind im Strathclyde Country Park, rund 20 Kilometer südöstlich von Glasgow, am Start. Es gibt von 9. bis 11. August Einzelentscheidungen und einen Mixedbewerb.

Golf

Je zwei Frauen und zwei Männer aus Österreich schlagen von 8. bis 12. August bei der Team-EM in Gleneagles ab, die Anlage liegt 90 Kilometer von Glasgow entfernt. Beim Mixed-Turnier spielen je zwei Damen und Herren eines Landes um die Medaillen. Star der EM ist die vierfache Major-Siegerin Laura Davies.

Leichtathletik

Sieben Frauen und neun Männer gehen am Montag in Berlin an den Start.