Sport
15.09.2018

327. Derby: Eine Serie soll im ewigen Duell zu Ende gehen

Rapid will den ersten Derby-Sieg im neuen Stadion, die Austria den ersten Triumph über den Rivalen nach 17 Monaten.

Mit einem guten Gefühl blickt die Austria dem Sonntag-Derby (17 Uhr) entgegen, immerhin haben die Violetten im neuen, diesmal mit 26.000 Fans ausverkauften Stadion zu Wien-Hütteldorf noch nie verloren: Man feierte zwei Siege und holte zudem zwei Remis.

Rapid-Trainer Goran Djuricin erwidert vor dem 327. Duell: „Wir haben im Hinterkopf, dass wir vergangene Saison in allen fünf Derbys ungeschlagen geblieben sind. Jetzt wollen wir mit einem Sieg die Nummer 1 von Wien werden und bleiben.“

Djuricin hat Rückendeckung

In der Länderspielpause dachte Djuricin über die mehrmaligen „Gogo raus“-Rufe von Teilen der Fanszene nach: „Natürlich spüre ich das, ich bin ja auch nur ein Mensch. Ich nehme es zur Kenntnis und bitte die Fans, zumindest die Mannschaft wieder so stark zu unterstützen wie bisher.“

Noch stärker als zuletzt sprachen sich Djuricins Vorgesetzter und Stefan Schwab als Vertreter der Spieler für den Chefcoach aus. „In den kommenden Spielen werden wir wie in den letzten so auftreten, dass kein Mensch daran denkt, wir würden gegen den Trainer spielen“, kündigt der Kapitän an. „Unsere Antwort auf die Rufe muss sein, dass wir noch besser werden.“ Sportdirektor Fredy Bickel sagt: „Ich betone nach einmal, dass Gogo von uns allen die volle Unterstützung hat. Ich bin aber schon ein wenig ratlos, was wir sonst noch machen könnten.“

Ein Sieg soll die Stimmung verbessern – und Selbstvertrauen geben für die nächsten hohen Hürden Moskau und Salzburg.

Eigenes Feeling

Genau das wollen die Austrianer verhindern. „Das sind die Spiele, auf die sich jeder freut“, meint Trainer Thomas Letsch. „Da geht es vor allem um die Atmosphäre, die Mentalität, die Einstellung, das Kämpfen.“ In dieser Woche stieg das Kribbeln täglich an. Auch Abwehrchef Michael Madl, der drei Derbys in den Beinen hat, reibt sich die Hände: „Ein Derby ist ein eigenes Feeling. Das kann man nur schwer erklären.“ Die Schmähgesänge der Rapidler können ihm nichts anhaben: „Es wird auf alle Fälle laut sein, das motiviert mich.“

Die Austria möchte mutig auftreten, Letsch erwartet ein Spiel mit offenem Visier. „Zuletzt wurden wir kritisiert, dass wir zu wenige Chancen kreieren. Das wollen wir ändern. Wir werden nach vorne spielen und aktiv sein.“ Lediglich Turgeman ist angeschlagen, Ewandro und Jeggo, der wieder im Mannschaftstraining steht, sind kein Thema für die Startelf.

180-Grad-Drehung

Goran Djuricin wird je nach Austria-System „den Spielaufbau anpassen“, er verspricht auf jeden Fall Offensive: „Wir wollen die Austria sofort unter Druck setzen.“ Angst vor dem aggressiveren Pressing der Violetten gibt es nicht. Schwab meint: „Die Austria hat sich im Vergleich zur Fink-Zeit um 180 Grad gedreht. Aber das muss uns kalt lassen. Wir wollen unsere Philosophie durchsetzen.“