Sport
25.03.2018

Die 5 entscheidenden Faktoren im Duell der Capitals mit Bozen

Weshalb der Meister auch im Semifinale der Erste Bank Liga in der Favoritenrolle ist

Da war doch was! Die Vienna Capitals sichern sich in der letzten Runde des Grundduchgangs Platz eins und treffen im Viertelfinale auf Innsbruck. Danach auf Bozen. Und nach dem Sieg im Finale gegen den KAC sind sie Meister der Erste Bank Liga.

Das war im April 2017.

2018 hat es erneut so begonnen. Wieder waren die Wiener Erster, wieder besiegten sie im Viertelfinale Innsbruck. Und wieder treffen sie im Semifinale auf das Überraschungsteam aus Bozen. Hatten die Italiener im Vorjahr Linz sensationell aus dem Play-off verabschiedet, so war es heuer der KAC.

Am Sonntag geht es mit dem Kampf um den Finaleinzug in Wien los. Geht es nach dem bisherigen Saisonverlauf und gibt es bei den Capitals keine weiteren Verletzungen, dann sind die Wiener in der Favoritenrolle. Für die Bewertung dieses Duells beleuchtet der KURIER fünf Faktoren, die über Sieg oder Sommerurlaub entscheiden werden.

Die Defensive Bei den Capitals wurde in den letzten beiden Saisonen viel über die Offensive gesprochen. Doch das Prunkstück der Mannschaft ist die Defensive. In den bisherigen 60 Saisonpartien kassierten die Wiener 140 Tore, Bozen 151. Allerdings: In den jüngsten 16 Partien waren es bei Bozen 26, bei den Capitals 43. Das lag an der neuen Spielweise der Südtiroler, die auch den KAC im Viertelfinale zum Verzweifeln brachte. Kein Forecheck, alle fünf Spieler im Mitteldrittel – die Spielweise unter Coach Kai Suikkanen hat nichts mit modernem Eishockey zu tun, aber sie führte das Team zum Erfolg. Ähnlich gut besetzt sind die Teams auf der Torhüter-Position. Pekka Tuokkola bekam vom KAC im Viertelfinale nur zehn Gegentore, Wiens Jean Philippe Lamoureux von den offensiv starken Innsbruckern 15 Tore. Beide sind durchaus Torhüter, die Spiele alleine entscheiden können.

Die Offensive Allerdings spielt der Finne Tuokkola einen sehr aggressiven Stil und kommt oft weit aus dem Tor heraus. Die Capitals sollten in der Offensive beweglich genug sein, um das besser auszunützen. Und sie sind auch im Spielaufbau schneller und beweglicher als der KAC, der kaum in die Gefahrenzone vor das Tor von Tuokkola gekommen ist. In der Offensive haben die Capitals mehr Qualität, auch wenn Riley Holzapfel noch verletzt ausfällt. Rafael Rotter setzte seinen Lauf als Top-Scorer der Grunddurchgangs im Play-off fort, Andreas Nödl sprang mit fünf Toren als Top-Torschütze für Holzapfel ein.

Die mentale Stärke Capitals-Coach Serge Aubin betonte, dass die Art und Weise, wie das Team in Innsbruck aus einem 2:3 in fünf Minuten ein 5:3 machte und den Aufstieg sicherte, mental einen riesigen Schub brachte. Auch im Vorjahr wurden die Wiener bei Rückständen nie nervös, weil sie wussten, dass sie jedes Spiel drehen können. Selbstbewusstsein strahlen auch die Bozener aus. „Der KAC war gut. Sie machten nur den Fehler, dass sie auf uns getroffen sind“, sagte Coach Suikkanen nach dem Aufstieg ins Semifinale.

Die Trainer Serge Aubin ist erst in seiner vierten Saison als Headcoach, doch der 43-Jährige scheint in Wien keine Fehler zu machen. Bis dato holte er alles aus seinem Team. Und er bewies mit der defensiven Ausrichtung im sechsten Spiel gegen Innsbruck Flexibilität, die sein Gegenüber nicht hat. Die Südtiroler spielten vor Suikkanens Ankunft im November gegen den letzten Platz. Erst mit seinem strikten Defensiv-Konzept wurde das Team zu einem Play-off-Kandidaten.

Die Stimmung Wenn bei den Wienern wie gegen Innsbruck wieder nur 4200 bis 4500 in die Halle kommen, dann ist Bozen klar im Vorteil. In Eiswelle genannten Arena singen die „Söhne Bozens“ von der ersten Minute bis lange nach Spielende.

KURIER-Tipp: Capitals siegen 4:2

Salzburg – Linz

Das zweite Semifinale ist fast schon ein vorweggenommenes Finale. Beide sind Titelkandidaten, beide spielen spektakuläres Eishockey,  doch  Salzburg hat wohl einen Kader, der in mehreren Bereichen besser besetzt ist und hat das beste Powerplay der Liga.

Auf jeden Fall dürfen die Fans ein Offensiv-Spektakel erwarten. Das letzte Spiel der beiden Teams endete im Februar 9:5 für Salzburg. Im Viertelfinale gegen Zagreb erzielten die Black Wings in sechs Spielen 30 Tore, sieben davon gingen auf das Konto von Brian Lebler. Der Teamstürmer blüht unter Coach Troy Ward genauso auf wie Fabio Hofer, der auch fünf Play-off-Tore erzielte.

Die Linzer beeindrucken vor allem in der Offensive mit perfektem Timing. Schüsse werden perfekt abgefälscht, Pässe und Laufwege wirken einstudiert,  die Abschlussqualität ist  unbestritten. Das Manko im Vergleich zu den Salzburgern ist allerdings die Defensive. Es spricht nicht unbedingt für die Linzer, wenn ein unbeweglicher Spieler wie Shane O’Brien Top-6-Verteidiger  ist.  Tormann Mike Ouzas ist auch nur mehr deshalb unumstritten, weil es keinen gleichwertigen Ersatz gibt.

Fragezeichen bei Salzburg gibt es nur durch Verletzungen. Thomas Raffl verpasste zuletzt das  sechste Spiel gegen Dornbirn. Auch Raphael Herburger war angeschlagen. Beide sollten am Sonntag wieder dabei sein.

Den Vergleich bei den Fans gewinnen die Linzer deutlich. Mehr als 1000 werden heute das Team nach Salzburg  begleiten. Für die beiden fixen Heimspiele am Dienstag und Samstag sind die Sitzplatz-Karten längst ausverkauft.

KURIER-Tipp: Salzburg siegt 4:3

 

Der Kampf um den Finaleinzug

Sonntag, 17.20: Salzburg – Linz  (ServusTV). 17.30: Capitals – Bozen (Sky).
Dienstag,19.15:  Bozen – Capitals  (Sky). 20.20:  Linz  – Salzburg  (ServusTV).
Donnerstag, 29. März, 19.15: Salzburg – Linz (Sky), 20.20:  Capitals – Bozen (ServusTV).
31. März:  Linz – Salzburg, Bozen – Capitals.  
Falls nötig: Montag, 2. April, Mittwoch, 4. April, Freitag, 6. April.
Wenn beide Best-of-seven-Serien nach spätestens fünf Spielen zu Ende sind, beginnt das Finale bereits am 6. April.