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Sport
08/27/2020

Der verrückteste Triathlon im Leben von Olympiastarter Luis Knabl

Rennen am Laufband, Radeln am Ergometer, kein Kampf Mann gegen Mann - der Wettkampf in Rotterdam erinnerte an ein Computerspiel.

von Christoph Geiler

Wenn er es sich aussuchen könnte, dann würde Luis Knabl seiner Triathlon-Leidenschaft natürlich lieber unter freiem Himmel nachgehen. Aber in Corona-Zeiten wie diesen muss er schon froh sein, dass es überhaupt Wettkämpfe gibt. Auch wenn die Szenerie am Sonntag in Rotterdam vielleicht ein wenig befremdlich wirkte und sich die Zuschauer in einem Computerspiel wähnten.

Beim Super League Triathlon in den Niederlanden durfte Luis Knabl als einer von nur zehn hochkarätigen Startern diese ungewöhnliche Erfahrung machen: Das Schwimmen im Hallenbad in abgetrennten Bahnen kam noch am ehesten an einen herkömmlichen Wettkampf heran. Geradelt wurde dann nebeneinander auf Ergometern, mit einem Sicherheitsabstand von zwei Metern. Die Laufdistanz legten die zehn Teilnehmer auf einem Laufband zurück.

Auf dem Laufband und auf dem Ergometer durfte Luis Knabl den Monitor vor sich nie aus den Augen lassen. Denn dort konnte der Tiroler Triathlet in einer Computer-Animation immer sehen, wo er sich im Rennen gerade befindet. "Es ist ein bisschen komisch, weil alles ein bisschen zeitverzögert ist", berichtet der 28-Jährige, der dann prompt im Zielsprint noch einige Konkurrenten vorbeiziehen lassen musste und das Rennen auf Rang sieben beendete. "Die anderen haben mit dem Sprint begonnen, da war das bei mir noch gar nicht zu sehen. Es war aber auch mein erster Wettkampf auf diese Art."

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Es war schon eine große Ehre, dass der Österreicher als einer von nur zehn auserwählten Triathleten in Rotterdam an den Start gehen durfte. Dafür nahm Luis Knabl auch einige Strapazen auf sich. 24 Stunden zuvor war er noch beim internationalen Wettkampf im französischen Chateauroux an den Start gegangen. Was folgte war eine nächtliche Odyssee nach Rotterdam

Nur drei Stunden Schlaf

Der Luxus-Doppeldeckerbus samt Schlafkojen, mit dem Luis Knabl und zwei weitere Triathleten in die Niederlande gebracht hätten werden sollen, hatte ein technisches Gebrechen. Im Ersatzwagen war zu wenig Platz für die Athleten und ihre Ausrüstung, weshalb sich Knabl schließlich mit vier weiteren Personen in ein Auto zwängte und so die siebenstündige Fahrt nach Rotterdam bewältigte. "Wir sind um fünf in der Früh angekommen, ich habe kein Auge zugemacht. Immerhin sind sich vor dem Start noch drei Stunden Schlaf ausgegangen", erzählt Knabl.

Die Wettkämpfe in Frankreich und in den Niederlanden waren für den 28-Jährigen die ersten internationalen Auftritte seit einem Jahr. Mit den Rängen zwölf und sieben war Luis Knabl angesichts der prominenten Starter sehr zufrieden. "Es ist mir besser gegangen, als gedacht. Das zeigt mir, dass ich in den letzten Monaten vieles richtig gemacht habe."

Und es war durchaus keine leichte Zeit für den Tiroler. Wie den meisten Sportlern fehlten auch ihm die Perspektiven und die konkreten Ziele. Zudem wurde er im Sommer-Training durch einen Rippenbruch gebremst. Der große Vorteil des Österreichers in diesen Corona-Zeiten: Luis Knabl muss sich keine Gedanken mehr um die Olympia-Qualifikation machen, der 28-Jährige hat das Ticket für Tokio 2021 bereits gelöst. "Das tut gut, weil man dann im Training langfristig planen kann."

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