Das Comeback: Gut gebrüllt, Tiger!

Woods gewinnt erstmals nach dem Sex-Entzug und der Scheidung ein Golfturnier.

Platz 10:Cristiano Ronaldo (POR), Fußball, 29,2 Millionen Euro. Platz 9: Fernando Alonso (ESP), Formel 1, 30 Millionen. Platz 8:David Beckham (ENG), Fußball, 31,5 Millionen. Platz 7: Lionel Messi (ARG), Fußball, 33 Millionen. Platz 6:Michael Schumacher (GER), Formel 1, 34 Millionen. Platz 5:Roger Federer (SUI), Tennis, 36 Millionen. Platz 4:LeBron James (USA), Basketball, 37 Millionen. Platz 3:Kobe Bryant (USA), Basketball, 39 Millionen. Platz 2:Phil Mickelson (USA), Golf, 46 Millionen. Platz 1:Tiger Woods (USA), Golf, 52 Millionen.

Vergessen, dass seine Frau mit dem Sechsereisen auf ihn losgegangen ist und die Windschutzscheibe des Autos zertrümmerte; verdrängt der Aufenthalt in der Sex-Entziehungsklinik seines Vertrauens; verarbeitet die Scheidung wegen unzähliger Affären und die Trennung von den Kindern.

Oder doch nicht ganz?

Jedenfalls hat Tiger Woods erstmals nach dem öffentlichen Breittreten seines Privatlebens ein Golfturnier gewonnen. Nach zweieinhalb Jahren, in denen er "durch die Hölle" ging. Seine Ex-Frau, das ehemalige schwedische Model Elin Nordegren, wollte sich dazu nicht äußern. Möglich bis sehr wahrscheinlich, dass sie die Bemitleidenswertere der beiden ist. Aber das ist eine andere Geschichte, es geht hier nicht um millionenschwere Trostpflaster, die nicht und nicht picken wollen.

Es möge um Sport gehen, um jenen Mann, der das Spiel mit dem kleinen weißen Ball beherrscht wie kein Zweiter. Um die Kunst, geniale Schläge auszupacken und Rückschläge wegzustecken. Um Tiger Woods, den Meister seines Fachs.

Nach den 275 Schlägen beim Arnold Palmer Invitational in Orlando (Florida) stieß Woods einen kurzen Freudenschrei aus. Manche mögen gar zerdrückte Tränen geortet haben, sie riefen "Tiger, Tiger, Tiger!" Der Beste aller Zeiten hat ein Comeback gegeben, vergleichbar mit einer neuerlichen Auferstehung Jesu. "Es fühlt sich gut an, es fühlt sich verdammt gut an", sagte Woods nach dem 72. Titel auf der US-PGA-Tour. Frohen Mutes startet der Amerikaner nun ins US-Masters in Augusta (5. bis 8. April), wo er Jagd macht auf seinen 15. Grand-Slam-Titel.

Der Superstar

Übrigens, um Woods` Stellenwert in der Weltsportart Golf zu unterstreichen: Die ewiggestrigen Herren in Augusta mussten wegen des herausragenden Talents des Neo-Profis ihre Club-Bestimmungen 1996 ändern und Woods als ersten Schwarzen spielen lassen. 1997 gewann er das Turnier zum ersten Mal, drei weitere Triumphe folgten. Frauen dürfen dort heute noch nicht spielen.

Und übrigens, die Zweite: Woods lukriert 60 Millionen US-Dollar pro Jahr, laut Forbes Magazine hat er als erster Sportler überhaupt mehr als eine Milliarde US-Dollar verdient. Langsam werden auch die Werbepartner wieder aktiv und gehen auf den inoffiziell Geläuterten zu. Weil Woods ein besserer Mensch geworden ist.

Sagt Woods.

(kurier) Erstellt am
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