Mit Startnummer vier auf Platz vier: Nach den ersten 15 Läuferinnen war sie noch die Beste.

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Nach Hütter im Super-G holte auch Schmidhofer Blech. Unzufrieden war sie aber nicht.
02/07/2015

Auch ein vierter Platz kann eine Empfehlung sein

Nach Hütter im Super-G holte auch Schmidhofer Blech. Unzufrieden war sie aber nicht.

Was die vierten Plätze betrifft, sind Österreichs Damen spitze. Wie schon im Super-G gab es auch in der Damen-WM-Abfahrt neben der Medaille für Anna Fenninger "Blech" für die Steiermark. War Cornelia Hütter am Dienstag um elf Hundertstel an Bronze vorbei gerast, verpasste Nicole Schmidhofer am Freitag den Sprung auf das Stockerl um 0,69 Sekunden. "Deshalb habe ich auch kein weinendes Auge. Ich bin voll happy", strahlte die Lachtalerin.

Schmidhofer hatte sich – wieder einmal – auf den letzten Drücker für ein Großereignis qualifiziert und musste am Donnerstag im Abschlusstraining von Beaver Creek auch noch interne Qualifikation gegen Nicole Hosp fahren. Diese gewann die Läuferin der Union Schönberg-Lachtal überraschend klar. Knapp 21 Stunden später bewies die 1,58 Meter kleine Schmidhofer, dass sie den Platz zu Recht eingenommen hatte und wurde – als Beste der drei Steirerinnen im Feld und noch vor US-Superstar Lindsey Vonn und Elisabeth Görgl – Vierte.

"Ich bin schon stolz, dass ich mich aufgrund meiner Leistung qualifiziert und dies nun auch bestätigt habe. Ich freue mich voll über den Vierten, auch wenn einige das nicht verstehen", sagte Schmidhofer stolz. "Und zur Siegerehrung darf ich auch."

Schon am Samstag musste sie allerdings wieder die Heimreise nach Österreich antreten, deshalb wollte die Schlagzeugerin des Musikvereins Schönberg-Lachtal am Abend nach der Medaillen-Zeremonie in Vail auch nicht zu sehr auf die Pauke hauen. "Aber mit meinem Servicemann Bernie werde ich feiern, der hat sich echt ins Zeug gelegt", sagte die Fischer-Pilotin. Schmidhofer sah keinen Grund, einer verpassten WM-Medaille nachzutrauern. "Dafür war ich zu weit weg, obwohl ich aus meiner Sicht super gefahren bin. Mehr kann ich hier runter wahrscheinlich nicht", gab die 25-Jährige zu.

Ihre frühe Startnummer vier sei angesichts der "sommerlichen" Temperaturen zumindest kein Nachteil gewesen. "Wenn ich jetzt noch bessere Linksschwünge fahre ... ", sinnierte sie. "Da hat mir die Anna (Fenninger, Anm.) viel abgenommen."

Absturz

Die zweifache Junioren-Weltmeisterin (2007) ist zweifelsohne ein Talent, dennoch hat sie bisher nur zwei Weltcup-Podestplätze geschafft. Vor drei Jahren war sie nach einer Verletzung sogar aus dem ÖSV-Kader geflogen und hatte sich mit privat finanziertem Training zurückgekämpft. "Vielleicht bin ich teilweise ein bissl zu unlocker, auf jeden Fall fahre ich viel zu schön. Gäbe es Punkte wie beim Skispringen, hätte ich öfter die Zwanzig-null. Leider gewinnt man in unserem Sport damit nichts."

Zumindest kann Schmidhofer von sich behaupten: "Seit ich wieder im Kader bin, geht’s leicht, aber konstant bergauf."

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