Michael Matthews

© APA/AFP/ALAIN JOCARD

Sport
10/13/2020

Corona: Zwei Top-Fahrer und zwei Teams steigen beim Giro aus

Am Dienstag teilten die Giro-Veranstalter mit, dass zwei Fahrer positiv getestet wurden. Patrick Konrad überzeugte am Dienstag.

Was der Tour de France in drei Wochen erspart blieb, bekommt der Giro d'Italia mit voller Wucht schon nach dem ersten Ruhetag zu spüren: Zwei Topfahrer und zwei Teams beenden kurz vor dem Start der zehnten Etappe wegen positiver Corona-Fälle die 103. Italien-Rundfahrt. Wie die Veranstalter am Dienstag mitteilten, wurden zwei Fahrer und sechs weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

Bekannte Namen

Die zwei positiv getesteten Radprofis sind durchaus klangvolle Namen. So müssen der auf Platz elf der Gesamtwertung liegende Niederländer Steven Kruijswijk, im Vorjahr Dritter der Tour de France, sowie der Australier Michael Matthews, der bereits mehrere Etappen bei allen drei großen Landesrundfahrten gewinnen konnte, den Giro vorzeitig beenden. Dies teilten Kruijswijks Team Jumbo-Visma und Matthews' deutscher Sunweb-Rennstall kurz vor dem Start der Etappe mit. Die niederländische Jumbo-Visma-Equipe um die beiden Deutschen Tony Martin und Christoph Pfingsten kündigte kurze Zeit später den kompletten Giro-Rückzug an.

Zuvor hatte bereits das australische Mitchelton-Scott-Team verkündet, die Mannschaft wegen vier positiv getesteter Team-Mitglieder aus dem Rennen zu nehmen. „Aus sozialer Verantwortung gegenüber unseren Fahrern und Mitarbeitern, dem Fahrerfeld und der Rennorganisation haben wir die klare Entscheidung getroffen, uns vom Giro d'Italia zurückzuziehen“, heißt es in einer Mitteilung. Schon am Samstag hatte der britische Teamkapitän und Mitfavorit Simon Yates die Rundfahrt wegen eines positiven Tests beenden müssen.

Abbruch nicht notwendig

Somit begaben sich am Dienstag nur noch 145 Radprofis auf die 177 Kilometer von Lanciano nach Tortoreto. Einen Abbruch des Rennens hält Giro-Direktor Mauro Vegni vorerst nicht für nötig. „Ich glaube nicht, dass das Risiko besteht, das Rennen zu stoppen. Wir haben bereits 1500 Tests durchgeführt, ein Team war besonders betroffen, beim Rest war es nur eine Person pro Team“, sagte er vor dem Etappenstart.

Auch von der französischen Mannschaft Ag2r-La Mondiale und dem britischen Team Ineos Grenadiers wurde jeweils eine Person aus dem Betreuerstab positiv getestet. Insgesamt wurden laut Veranstalter RCS in den letzten Tagen 571 Covid-19-Tests durchgeführt. Bei der diesjährigen Tour der France gab keiner der Fahrer einen positiven Test ab. Lediglich vier Team-Betreuer und Tour-Chef Christian Prudhomme wurden positiv auf das Virus getestet.

Patrick Konrad im Spitzenfeld

Im Corona-Chaos machte Patrick Konrad weiter Boden gut und arbeitete sich auf Platz sechs nach vorne. Der für Bora fahrende Niederösterreicher belegte am Dienstag auf der zehnten Etappe Platz sieben, 23 Sekunden hinter Tagessieger und Teamkollege Peter Sagan. Der Slowake setzte sich nach 177 Kilometern von Lanciano nach Tortoreto nach langer Flucht als Ausreißer vor Brandon McNulty (USA) und dem Gesamtführenden Joao Almeida (POR) durch.

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