Sport
06.08.2018

Capitals: In der größten Hitze der Stadt begann die Eiszeit

Die Wiener nahmen am Montag unter dem neuen Coach Dave Cameron das Training auf.

Das Bild des in Flip-Flops und kurzen Hosen in die Eishalle gehenden Eishockey-Spielers sorgt jeden Sommer für Verwunderung. Auch heuer starten wieder die Klubs der Erste Bank Liga mitten in der Hitzewelle mit dem Eistraining.

Am Montag waren die Vienna Capitals an der Reihe. Viele Spieler der Wiener trudelten in der vergangenen Woche aus Nordamerika ein, Neo-Coach Dave Cameron kam bereits zum dritten Mal nach Wien, nachdem er bereits zu den Verhandlungen im Mai und zu den Vorbereitungen im Juni angereist war.

Bei diesen Besuchen sprach der bisherige NHL-Coach bei Calgary und Ottawa auch mit seinem Wien-Vorgänger Serge Aubin, der nach Zürich gewechselt ist. „Ich habe mich mit ihm über die Spieler unterhalten. Serge hat mir aber versichert, dass sie alle genauso denken wie ich. Und ich will nur gewinnen“, sagt der 60-Jährige Kanadier.

Aggressives Team

Für die Spieler der Capitals wird sich an der Spielweise nicht viel ändern. „Ich will genauso aggressiv und schnell spielen lassen, wie es das Team bisher gemacht hat. Unser Vorteil ist, dass wir einen großen Kader haben. Nur so kann man dieses Spiel durchziehen.“

Dass es dreieinhalb Wochen bis zum ersten Spiel in der Champions Hockey League (30. August) und fünfeinhalb Wochen bis zum Meisterschaftsstart gegen Linz (14. September) dauert, ist für Cameron ungewöhnlich. „In der NHL sind die Camps sehr kurz“, sagt er. Dafür reicht dem Coach ein Eistraining pro Tag. „Außer gewisse Dinge funktionieren nicht.“

Die Spieler sind schon sehr fit zum ersten Termin gekommen. Die in Wien beheimateten Spieler gehen seit mehreren Wochen vier Mal pro Woche auf das Eis. „Aber ohne Trainer. Die Entwicklung geht immer mehr dahin, dass Eishockey-Spieler im Sommer durchgehend Eislaufen müssen“, betont Teamstürmer Peter Schneider. Und natürlich schufteten die Profis wie wild an ihren Körpern. „Ich bin voller Energie“, sagt Schneider.

Das erste Mannschaftstraining vor knapp 1000 Zuschauern dauerte nur 45 Minuten. Cameron war es dabei wichtig, keine Sekunde zu verlieren. Mehrmals machte er seine Spieler darauf aufmerksam, dass sie sofort losstarten sollen, wenn die Gruppe davor fertig ist. Die erste Übung unterbrach er gar nach wenigen Sekunden. „Es war ein typisches erstes Training. Jetzt geht es einmal darum, alle auf eine Seite zu bringen und dass alle die Abläufe kennenlernen“, bilanzierte Cameron. Über die vielen Fans beim Training sagte er: „Das ist beeindruckend. Wir werden ihre Unterstützung brauchen.“

Brutale Temperatur

Mario Fischer, der künftig Verteidiger spielen wird, sagte danach erleichtert: „Er ist sehr streng. Aber es war ein ideales Training, um wieder reinzukommen.“ Die Temperaturen waren allerdings mühsamer als die schweren Beine: „Die Hitze drückt brutal herein auf die Eisfläche. Für die Fans ist es angenehm kühl, aber für uns Spieler ist es schon sehr heiß.“