Sport | Bundesliga
07.11.2016

Rapid feuert Trainer Büskens und Sportdirektor Müller

Totaler Umbruch in Wien-Hütteldorf: Sowohl der Trainer als auch der Sportdirektor müssen gehen.

Genau fünf Monate dauerte die Amtszeit von Mike Büskens bei Rapid. Zu kurz, um von einer Ära zu sprechen. Wesentlich länger dauerte die Amtszeit von Andreas Müller, der im Dezember 2013 zum Sportdirektor bestellt wurde. Nun müssen beide gehen.

Das 0:1 gegen den WAC war für die Vereinsverantwortlichen zu viel. Noch Sonntagabend tagten die Vereinsverantwortlichen. Am Montagvormittag teilte Klubpräsident Michael Krammer Büskens und Müller die Entscheidung mit. "So erfreulich der trotz 0:2-Rückspielniederlage souverän über AS Trencin erreichte Einzug in die Gruppenphase der UEFA Europa League auch war, bleibt unser tägliches Brot die heimische Bundesliga. Hier ist die Bilanz in den letzten zehn Partien mit nur zwei Siegen und einem negativen Torverhältnis von 9:12 für einen Klub mit unseren Ansprüchen einfach viel zu wenig", erklärte Krammer in einer Presseaussendung die Beweggründe für die Beurlaubung des Trainers und fügte hinzu: "Verletzungspech und Doppelbelastung können beim breit aufgestellten Kader nicht die einzigen Gründe für diese unzufriedenstellende Bilanz sein".

Ausgesucht wurde Büskens von Andreas Müller, seinem ehemaligen Klubkollegen beim deutschen Traditionsklub Schalke 04. Damit war auch der Sportdirektor beschädigt. Und deswegen muss er auch gehen.

"Leider kann es im im Fußball trotz bester Zusammenarbeit immer zu Situation kommen, die eine Trennung notwendig machen. Andreas Müller hat seit Jänner 2014 mit großem Engagement für den SK Rapid gearbeitet und durch Verhandlungsgeschick auch gute und gewinnbringende Transfers für den Klub ermöglicht, sowie vielversprechende Spieler langfristig an den Verein gebunden. Dafür ist ihm ausdrücklich zu danken, nunmehr sind wir aber zu dem Entschluss gekommen, dass wir auch auf der obersten Ebene der sportlichen Leitung einen Neuanfang starten möchten", äußerte sich Krammer auch zum Abgang Müllers und betonte, dass man sich bei der Suche nach einem Nachfolger, der "sowohl aus Österreich als auch aus dem Ausland kommen kann und Deutsch sprechen soll", Zeit lassen wolle.

An Erwartungshaltung gescheitert

Neben der schwachen Bilanz in der Meisterschaft (Platz fünf mit fünf Siegen, fünf Unentschieden und vier Niederlagen) ist der 48-jährige Büskens auch an der Erwartungshaltung gescheitert: die teuersten Einkäufe der Vereinsgeschichte, der teuerste Rapid-Kader, der Umzug ins Allianz Stadion – da war sofortiger Erfolg ein Muss.

Noch dazu, weil Büskens von Zoran Barisic eine funktionierende Mannschaft übernommen hatte. Das Abonnement auf Platz zwei war den Vereinsverantwortlichen zu minder geworden. Der Vorgänger hatte immer gewarnt, gegen Liga-Krösus Salzburg mit den Red-Bull-Millionen öffentlich den Titelanspruch zu stellen. Das war einer der Gründe, warum der Langzeit-Coach gehen musste.

Büskens sah das allgemeine Meister-Geheul ebenfalls kritisch, ließ sich aber darauf ein. Deswegen kann der stets ehrlich auftretende Ruhrpott-Malocher nicht überrascht sein, dass er nur fünf Monate seines Zwölf-Monate-Vertrages erfüllen darf. Vor allem, weil neben der mäßigen Ausbeute auch spielerisch eine Entwicklung in die falsche Richtung nicht mehr zu leugnen war.