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Sport
01/17/2019

Australian Open: Ausgerastet und aufgegeben

Der Körper ließ ihn im Stich: Dominic Thiem kehrt nach dem Melbourne-Aus nach Hause zurück und lässt sich durchchecken.

von Alexander Strecha

Vorweg die Zahlen: 5:7, 4:6, 0:2. Nach 1:44 Stunden war Schluss für Dominic Thiem in der zweiten Runde der Australian Open. Gegen den 19-jährigen Australier Popyrin war der Österreicher gesundheitlich nicht auf der Höhe, er fand nie richtig ins Spiel. Und er zeigte sich mit seiner Vorstellung ganz und gar nicht zufrieden, wie ein Wutausbruch unterstrich, als er gegen Ende des ersten Satzes zunächst das Racket wegwarf und es danach sehenswert zerhackte. Das Publikum bedachte ihn mit Pfiffen, danach mit Applaus, als er das zertrümmerte Racket einem Buben schenkte.

Aber auch der Ausraster konnte den Niederösterreicher emotional nicht zurück ins Spiel bringen. Thiem wirkte weiter lustlos, emotionslos, blutleer. Zwischendurch konsultierte er den Medizinmann der ATP, auch nach dieser Behandlung fand er kein Rezept gegen den sehr gut aufspielenden Youngster.

Müde, nicht fit, krank

Die Begründung für die schwache Vorstellung lieferte die Nummer acht der Welt im Anschluss an die enttäuschende Partie. „Ich habe heute Morgen schon gemerkt, dass ich nicht ganz auf der Höhe bin. Da hat mir der ganze Körper ungewohnt wehgetan“, erklärte der 25-Jährige in der Pressekonferenz. Dennoch habe er geglaubt, ein gutes Match spielen zu können. „Dann ist es aber schlechter geworden statt besser.“

Nach einer Verkühlung während der Vorbereitung im Dezember auf Teneriffa sei er auch nach der Ankunft am 4. Jänner in Melbourne leicht erkältet gewesen. Er sei zwar anfällig dafür, kuriere eine Erkältung aber immer aus. „Das sollte normalerweise kein Problem sein. Deswegen muss ich das abchecken, wenn ich zu Hause bin und sehen, was da rauskommt.“

Tennis - Australian Open - Second Round

Müde die Vorstellung, schmerzhaft das frühe Aus. „Ich fühle mich nicht fit. Deswegen hat es keinen Sinn gemacht, dass ich weiterspiele.“ Sein Rückflug in die Heimat ist für Freitag gebucht, dann will Thiem der Sache auf den Grund gehen. „Es ist da definitiv irgendetwas im Körper, was nicht hingehört.“

Nach Vorliegen der Ergebnisse will er entscheiden, ob und wie lange er pausieren müsse. „Und dann schauen, wie es für den Daviscup ausschaut.“ So früh war Thiem bei diesem Major seit seinem Auftakt-Out 2015 nicht mehr ausgeschieden, nach einer Auftakt-Niederlage zu Jahresbeginn in Doha ist sein Saisonstart zumindest ergebnistechnisch missglückt. Thiem läuft damit Gefahr, in der nächsten Weltrangliste am 28. Jänner aus den Top Ten zu fallen, denen er seit Juni 2016 ununterbrochen angehört.