Ein besonderes Gespräch: Ex-Ordensfrau Doris Wagner und Kardinal Christoph Schönborn

© Brandenstein Gabriela

Romy
04/05/2019

ROMY 2019: Preis der Akademie für Missbrauchsdoku des BR

In "Missbrauch – eine Frau kämpft um Aufklärung" sprechen die frühere Ordensfrau Doris Wagner und Kardinal Christpoh Schönborn.

von Christoph Silber

Diese BR-Dokumentation "Missbrauch – eine Frau kämpft um Aufklärung" zeigte eine weitere, bis dahin in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene  Dimension des Missbrauchskandals der katholischen Kirche: den Missbrauch von Nonnen und Angehörigen geistlicher Gemeinschaften durch Priester. Was diese Dokumentation zu einem Zeit-Dokument machte, war der außerordentlich offene Gedankenaustausch zwischen einer missbrauchten, früheren Ordensfrau und einem hochrangigen Kardinal, der ohne Inszenierung auskam.

Doris Wagner war Mitglied eines Ordens. Sie berichtet in diesem außergewöhnlichen Gespräch mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn, wie sie als Ordensfrau spirituell wie auch sexuell missbraucht und belästigt wurde.Und Schönborn tat, was andere Mitglieder der Amtskirche zuvor nicht schafften und er brachte es auch über die Lippen: "Ich glaube Ihnen". Auch Schönborn selbst äußerte persönliche Wahrnehmungen von Missbrauch und stellte sich damit als hoher kirchlicher Würdenträger auf die Seite der Opfer. 

Die BR-Dokumentation "Missbrauch – eine Frau kämpft um Aufklärung" wird bei 30. ROMY im Rahmen der Ehrungen am 11. April mit dem Preis der Akademie ausgezeichnet.