Reiseveranstalter bieten Gratisstornos für Parisreisen an
In Reaktion auf die Terroranschläge in Paris vom vergangenen Freitag kommen die österreichischen Reiseveranstalter verunsicherten Kunden bei eventuellen Stornowünschen entgegen. Die Tourismuskonzerne TUI und Thomas Cook etwa bieten ein Gratisstorno an. "Das machen wir auch", sagte der Geschäftsführer der Rewe Austria Touristik (ITS Billa Reisen, Jahn Reisen, etc.), Martin Fast, am Montag zur APA.
"Wenn sich die Kunden melden, lassen wir bis 30. November kostenlos umbuchen und stornieren", so der Rewe-Touristik-Chef. Dabei handle es sich um eine Kulanzlösung, denn es gebe keine offizielle Reisewarnung des Außenministeriums. Die Buchungshäufigkeit sei um diese Jahreszeit aber ohnehin "sehr überschaubar". Bis vor der Adventzeit seien im Schnitt nur 150 österreichische Urlauber mit Buchungen via Rewe Austria Touristik in Paris.
Derzeit keine starke Buchungszeit
"Genau wie bei der TUI in Deutschland haben auch wir derzeit kostenlose Stornierungen nach Paris", gab TUI-Österreich-Sprecherin Kathrin Limpel auf APA-Anfrage bekannt. Paris sei aber jetzt "keine Rennstrecke von uns" - es hätten schon Gäste gebucht, aber "nicht in großem Ausmaß". "Ich gehe davon aus, dass sich bei Paris im Augenblick schon viele überlegen, lieber zu einem späteren Zeitpunkt oder etwas anderes buchen", schätzt Limpel.
Infolge der Terroranschläge in Paris wurde für ganz Frankreich der Ausnahmezustand ausgerufen. Es komme zu verschärften Grenzkontrollen sowie Einschränkungen im Reiseverkehr und im öffentlichen Verkehr im Großraum Paris, heißt es in einem Hinweis auf der Website des österreichischen Außenministeriums. In der Region Ile-de-France gelte die höchste Terrorwarnstufe. Alle verfügbaren Einsatzkräfte sind mobilisiert. Große Kaufhäuser, religiöse Stätten, Bahnhöfe und öffentliche Verkehrsmittel werden verstärkt geschützt.
Hotline für Betroffene
Das Ministerium hat eine Hotline für Betroffene und Angehörige eingerichtet (in Österreich: 050 1150 4411; für Österreicher in Frankreich: +431 90115 4411).
Reisende werden vom Ministerium gebeten, sich in Frankreich umsichtig zu bewegen und sich über Medien und diese Reiseinformationen zur Lageentwicklung informiert zu halten sowie nicht unbedingt erforderliche Wege im Großraum Paris zu vermeiden.
Bei der schweren Anschlagserie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wurden vergangenen Freitag mindestens 129 Menschen getötet und Hunderte weitere verletzt.
Alle Infos und Hintergründe zu den Anschlägen von Paris finden Sie hier.
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