Alte Lady: 125 Jahre Freiheitssta­tue

Die Grande Dame mit der empor gehobenen Fackel symbolisiert den amerikanischen Traum. Nach ihrem Jubiläum wird sie für Reparaturarbeiten vorerst geschlossen.

Seit 125 Jahren begrüßt die Freiheitsstatue jeden New York Besucher. Als Touristenattraktion Nummer Eins ist die "Lady Liberty" längst zum Symbol für den Big Apple geworden. Sie steht für Freiheit und Demokratie - auch wenn die New Yorker sie anfangs wenig schätzten. Ab dem Wochenende bleibt sie für ein Jahr geschlossen, es ist an der Zeit für Reparaturarbeiten.

Über den Koloss gibt es einiges zu erzählen... 1. Geburtstag:

Seit 28. Oktober 1886 blickt die Statue of Liberty über den Big Apple. Sie steht auf Liberty Island im New Yorker Hafen. 2. Herkunft: 

Eigentlich ist die Grande Dame ja Französin: Die Statue ist ein Geschenk des französischen Volkes an die Vereinigten Staaten. 3. Geschwister:

Insgesamt gibt es vier kleine Ableger der amerikanischen Freiheitsstatue. Sie befinden sich alle in Paris: Die größte Kopie steht auf einem schmalen, künstlichen Damm in der Seine mit Blickrichtung ... ... zu ihrer großen Schwester in New York. Die 11,50 Meter hohe Statue wurde der Stadt Paris von den Vereinigten Staaten von Amerika geschenkt. 4. Vater: 

Das neoklassizistische Originalmonument in Amerika wurde von Frédéric-Auguste Bartholdi, einem französischen Bildhauer, geschaffen. Gustave Eiffel war für die Innenkonstruktion zuständig. 5. Vorbild:

In erster Linie stellt die Statue die in Roben gehüllte Figur der Libertas, der römischen Göttin der Freiheit, dar. Das Gesicht der Lady Liberty hat Bildhauer Bartholdi dem Antlitz seiner Mutter nach empfunden. 6. Größe:

Nur die Figur alleine ist 46,05 Meter hoch. Das gesamte Monument inklusive Sockel hat eine Gesamthöhe von 92,99 Metern. Damit gehört die Freiheitsstatue zu den höchsten Statuen der Welt, bis 1959 war sie die höchste. Aktuell ist sie auf Platz 13. 7. Gewicht:

Die Grande Dame kommt auf ein stolzes Gesamtgewicht von 204,1 Tonnen. Das entspricht in etwa dem Gewicht von 150 Mittelklasse-PKWs. Allein die Außenhaut aus Kupfer wiegt 28 Tonnen - dabei ist sie nur knapp zweieinhalb Millimeter dick. 8. Finanzierung:

Obwohl die Statue ein Geschenk der Franzosen an die USA war, sollte das Empfängerland ebenso einen Beitrag leisten. So war geplant, dass die Amerikaner den Sockel für das Bauwerk bezahlen sollten. Doch die wehrten sich ein wenig dagegen. Joseph Pulitzer, Herausgeber der New York World, rief zu einer Spendenaktion auf und versprach, jeden Spender namentlich in seiner Zeitung zu nennen, sei der Betrag auch noch so klein. So wurde schließlich die Summe von etwa 102.000 Dollar aufgebracht - ein Großteil davon in Spenden von nicht mehr als einem Dollar. 9. Symbolik:

Die Freiheitsstatue war ursprünglich als Symbol der Demokratie gedacht, entwickelte sich aber gerade zur Zeit der Einwanderungswellen in die USA zu einem Symbol der Hoffnung von Flüchtlingen auf ein besseres Leben. Davon zeugt auch das Gedicht von Emma Lazarus, das auf einer Bronzeplatte am Sandsteinsockel des Bauwerks eingraviert ist: "Gebt mir Eure müden, Eure armen, Eure kauernden Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen". 10. Von der unerwünschten zur beliebten Lady:

Mehr als drei Millionen Menschen im Jahr besuchen Liberty Island und die Statue. Der Eintritt ist frei, allerdings sind die Besucher auf die wenigen Fähren angewiesen, die das Monument täglich anfahren. Auch auf die Krone dürfen nur 240 Personen pro Tag. Für den Aufstieg muss ein eigenes Ticket gelöst werden, das ein Jahr im Voraus reserviert werden kann - was wohl durchaus empfehlenswert ist, wenn man auf den Rundblick vom Kopf der Freiheitsstatue nicht verzichten möchte. 

Ab 29. Oktober bleibt der stählerne Körper der Grande Dame für Touristen aber sowieso verschlossen.
(KURIER.at) Erstellt am
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