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Politik
07/31/2012

Parlamentarier ziehen 2016 um

Die Generalsanierung des Parlaments wird konkret: Das Konzept soll bis 2014 stehen. Die Mandatare sollen in der WU tagen.

von Paul Trummer

Vor 130 Jahren war es der neueste Stand der Technik: Weil das Dach des Parlaments zu fragil für die Schneemassen war, versuchte Architekt Theophil Hansen, mit der warmen Luft aus dem Gebäude den Schnee abzuschmelzen. Heute klagt man im Parlament über die horrenden Heizkosten. "Wir heizen quasi den Himmel über Wien", klagt Dieter Adolf. Er ist zuständig für das Baumanagement im österreichischen Parlament – und sitzt im Gremium, das die angedachte Sanierung endlich auf Schiene bringen will.

Nun kommt Bewegung in die Sache: Im Herbst wird der Generalplaner europaweit ausgeschrieben. "Wir sind im Zeitplan", betont Gerhard Marschall, Sprecher von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer: "Im ersten Halbjahr 2014 werden wir das Rohkonzept des Generalplaners dem Nationalrat vorlegen."

Die Kritik der Opposition am ganzen Projekt will Baumanager Adolf nicht gelten lassen: "Je länger man wartet, desto größer werden die Schäden." Heftig umstritten sind vor allem die Kosten, nachdem einst eine Teilsanierung angedacht war. Die Komplettsanierung wird mit 260 Millionen Euro beziffert. Wird auch das Dachgeschoß ausgebaut, kommen 40 Millionen dazu. Nicht inkludiert sind in den Netto-Errichtungskosten freilich die Mehrwertsteuer, die Inflation sowie die Finanzierungskosten. An sich ist die Sanierung aber fix, glaubt Adolf: "2014 kann nur mehr der Umfang des Projekts geändert werden. Ohne Sanierung müssten wir Teile des Hauses sperren und verfallen lassen."

Mängel

Die Baudauer beziffert Adolf mit drei Jahren. Saniert werden sollen die Wasserrohre, der Sanitärbereich sowie die gesamte Elektrik, erklärt der deutsche Bauberater Hermann Schnell. Die größte Herausforderung sei, eine horizontale Stahlbetondecke im Gebäude einzuziehen; ebenso verhalte es sich mit einem neuen Dachstuhl.

Der Baustart hängt von der Entscheidung der Politik ab. Realistisch erscheint 2016: Da wird die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) frei, die als Ausweichquartier favorisiert wird. Marschall: "Wir haben den Immobilienmarkt analysiert, jetzt gibt es relativ konkrete Überlegungen, dass man in der Wirtschaftsuniversität Wien ab 2016 ein Ausweichquartier bezieht."

Für Hermann Schnell passt eine Universität gut als Ausweichquartier für das Parlament: "Es wären keine großen Adaptierungsarbeiten notwendig." Das 636 Plätze fassende Audimax könne man leicht für 183 Abgeordnete anpassen, eine Regierungsbank oder Journalistenplätze einbauen. "Und in den Seminarräumen könnten problemlos Ausschüsse tagen."

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