CORONAVIRUS: PK "WEITERE MASSNAHMEN AN SCHULEN UND UNIVERSITÄTEN": FASSMANN

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Politik Inland
03/31/2020

Wann Schulen wieder starten, ist offen - aber: "Alle können ihren Abschluss machen"

Wann genau die Matura stattfindet, kann Bildungsminister Heinz Faßmann aber nicht sagen. Eine Entscheidung soll erst nach Ostern fallen.

von Ida Metzger

  • Der Unterricht in den Schulen geht auch nach den Osterferien nicht wieder los
  • Wann die Matura stattfindet, ist unklar. Eine Entscheidung dazu soll nach Ostern bekannt gegeben werden
  • Ein Härtefallfonds von 13 Millionen Euro für Stornierungen von Schulveranstaltungen wird eingerichtet
  • "Neutrales Semester" an Hochschulen in Aussicht

Es war ein Gang an die Öffentlichkeit des Bildungsministers, um die Eltern zu beruhigen. "Ich weiß, sie wollen hier und nun die Antwort auf die finale Frage haben: Wann sperren die Schulen und Universitäten wieder auf", sagte Heinz Faßmann heute.

Spätestens seit Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag mit der Maskenpflicht eine neuerliche Einschränkungen des Alltags verkündet hatte, lag diese Frage im Raum. Ursprünglich hätten die Schulen ja nach den Osterferien wieder aufsperren sollen. 

 

Eine endgültige Antwort auf die "finale Frage" konnte Faßmann heute aber keine geben. Er könne lediglich auf die aktuelle Situation reagieren.

Und diese Reaktion sieht so aus: "Alle können ihren Abschluss machen. Das ist meine Botschaft an alle Schüler."

"Großer Spielraum bei Leistungsbeurteilung"

Wer das Schulgesetz kennt, meinte der Unterrichtsminister weiter, der weiß, dass "wir bei der Leistungsbeurteilung einen großen Spielraum haben". Und Faßmann versicherte: "Wir werden diesen Spielraum mit Herz und Hirn anwenden". Wenn sich eine Beurteilung mit den Schularbeiten nicht ausgeht, dann sollen die bisherigen Leistungen herangezogen werden.

Damit steht fest: Nach Ostern geht der Unterricht nicht wieder los. Wann die Schulen wieder aufschließen und die Matura stattfindet, ist aktuell noch nicht absehbar. Eine Entscheidung darüber kündigte Faßmann für das Ende der Osterferien an, im Abstimmung mit den Experten der RegierungNoch, so verkündete Faßmann, sei die Zustimmung für die Maßnahmen groß unter den Eltern: Eine Umfrage ergab, dass 90 Prozent hinter den Entscheidungen der Bundesregierung stehen. "Das ist überwältigend, wenn auch abnehmend“, so der Bildungsminister.

 

Härtefallfonds für Stornierungen von Schulveranstaltungen 

Die Entscheidung, ob neuer Stoff gemacht wird oder vertiefend gearbeitet wird, soll schulautonom getroffen werden. Er wolle hier niemanden überfordern. "Die Corona-Krise ist nicht die Zeit, um schulischen Leistungsdruck zu Hause zu entfalten", sagte Faßmann. Da vielen Kindern nicht die technische Ausrüstung für Home-Schooling zur Verfügung steht, entwickelt man gerade Modelle, wie man den Schülern hier helfen kann. "Wir werden Geld in die Hand nehmen, damit Schüler Geräte bekommen“, kündigte Faßmann an.

Da derzeit viele Schulveranstaltungen wie Sprachreisen, Schulsportwochen oder Skikurse storniert werden müssen, wird nun von der Regierung ein Härtefallfonds von 13 Millionen Euro eingerichtet, damit den Eltern hier keine zusätzlichen Kosten für die Stornierungen entstehen. 

Die neue Situation stellt die Schule auch vor neue Herausforderungen: So sei ein Teil der Schüler seit 16. März nicht erreichbar. Gemeinsam mit den 900 engagierten Schulpsychologen und Sozialarbeitern will man nun versuchen, Kontakt mit diesen Schülern aufzunehmen, damit sie wieder am Unterricht teilnehmen. Die Zahl der nicht erreichbaren Schüler "liege in einstelligen Prozentbereich", meinte Faßmann.  

Und am Ende gab es noch eine weitere verbale Beruhigungspille. Der Bildungsminister versicherte den Eltern, dass ihre Kinder in der Schule eine Betreuung bekommen werden, wenn sich der Arbeitsmarkt schneller öffnet als das Klassenzimmer. 

"Neutrales Semester" an Universitäten

Was die Hochschulen betrifft, so Faßmann dort das "neutrale Semester" durchsetzen. Zwar betonte er bei der Pressekonferenz, eine Verständigung mit den Rektoren anzustreben. Doch kündigte er gleichzeitig an, sich im Nationalrat um eine Verordnungsermächtigung zu bemühen, diesen Vorschlag auch umsetzen zu können.

Ein "neutrales Semester" hätte vor allem die Auswirkung, dass Studierende nicht um Beihilfen umfallen und sich auch etwa die Mindeststudiendauer indirekt um ein Semester.