Politik | Inland
20.03.2018

Van der Bellen und Kurz als Türöffner für 170 Firmenchefs im Reich der Mitte

Bundespräsident und Kanzler wollen bei ihrem ersten gemeinsamen Staatsbesuch in China alle Rekorde brechen.

 Schon die Ankündigung des Besuchs glich einem Staatsakt. Präsident und Kanzler luden Montag Mittag in jenen Trakt der Hofburg, in dem sonst Staatsgäste hofiert und Minister angelobt werden. Was Alexander Van der Bellen und Sebastian Kurz im Maria-Theresia-Zimmer zu sagen hatten, war in der Tat außergewöhnlich.

Freitag nach Ostern starten sie zu einem Staatsbesuch, der – dem Reiseziel angemessen – alle Rekorde bricht: 170 Firmenrepräsentanten angeführt von Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, 30 Kultur- und Wissenschaftsvertreter und gleich vier Minister (Norbert Hofer, Karin Kneissl, Elisabeth Köstinger, Margarete Schramböck) begleiten VdB & Kurz bei ihrer Speed Dating-Tour ins Reich der Mitte: In Peking treffen sie auf alle Staatsspitzen. Auf der Insel Hainan, dem Hawaii Chinas, wollen sie bei einem Davos nachempfundenen asiatischen Wirtschaftsgipfel Stimmung für Österreich machen. In der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan werden sie das neue Generalkonsulat eröffnen.

China könne nicht nur bei Umweltschutz oder Städtebau vom österreichischen Know-How profitieren, so Van der Bellen. „Viel zu bieten“ hätten österreichische Unternehmen auch für die Olympischen Winterspiele 2020 in Peking. „Der kommende EU-Ratsvorsitz verleiht dem Besuch zudem eine besondere Bedeutung“, so der Bundespräsident. Kanzler Kurz, der bereits als Außenminister China bereiste, unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung der Visite „in einer Phase der Globalisierung, wo nicht die Großen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen fressen“.

Weder VdB noch Kurz wollten sich die höfische Inszenierung im Vorfeld der China-Visite durch die Niederungen des heimischen Alltags stören lassen: Fragen zur Innenpolitik waren ausdrücklich nicht zugelassen.