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Thomas Hofer: "Es wird jetzt keine großen Umwälzungen mehr geben"

Im Gespräch mit dem KURIER spricht der Politikanalyst u.a. darüber, wie sich die Hochwasser-Katastrophe auf die Nationalratswahl am 29. September auswirken könnte.
Ein Mann im Anzug gestikuliert während eines Interviews vor einem Mikrofon.

Das Hochwasser geht schön langsam komplett zurück, die politischen Fragen bleiben. Wie wird sich diese Katastrophe auf die Nationalratswahl am 29. September auswirken? Wer profitiert politisch davon, wem schadet es? Im Gespräch mit dem KURIER ist Politikanalyst Thomas Hofer überzeugt: „Es wird jetzt keine großen Umwälzungen mehr geben.“

Dass alles ohne Auswirkungen bleiben wird, glaubt er zwar nicht.

bei Gebhart spezial: Thomas Hofer

„Wir sollten diese aber nicht überschätzen.“ Es hätten jetzt die Grünen „zum Beispiel die Chance, dass sie ihr Thema wieder stärker auf der Agenda platzieren können und dadurch vielleicht Abflüsse Richtung der SPÖ, der Neos oder gar der Bierpartei, die zu erwarten sind, stoppen können“.

Zwischen der ÖVP und den Grünen sieht Hofer kaum einen Wähleraustausch, schon gar nicht zwischen der FPÖ und den Grünen. Nicht zuletzt, weil die FPÖ „mit ihren Leuten direkt kommuniziert“. Man habe dafür eine eigene Kommunikationswelt aufgebaut. „Es ist ein bisschen ähnlich wie bei Donald Trump.“

Der ÖVP käme angesichts der Flutkatastrophe zugute, dass sich der Kanzler als Krisenmanager in der Öffentlichkeit positionieren konnte.

So spannend der Wahltag auch sein wird, noch spannender ist die Frage, wie danach eine Regierung zustande kommt. Immerhin sind derzeit die meisten Parteien bemüht, ihre roten Linien gegenüber den politischen Mitbewerbern zu ziehen. Es sind zwei Ebenen, die da getrennt werden müssen, sagt Thomas Hofer. Auf der einen Seite die inhaltliche, auf der anderen Seite die persönliche Komponente.

Lange Verhandlungen

Hofer: „Auf der inhaltlichen Ebene ist vollkommen klar, dass ÖVP und FPÖ in vielen Feldern Parallelen haben.“ Allerdings gibt es da die Abgrenzung gegenüber FPÖ-Chef Herbert Kickl, die Karl Nehammer zu einem unüberwindbaren Hindernis gemacht hat. Zwischen dem ÖVP-Kanzler und SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Babler scheint es auch keine wirkliche Gesprächsbasis zu geben, wie das direkte ORF-Duell zuletzt gezeigt hatte. Hofers Beurteilung dazu: „Ich glaube nicht, dass die beiden Persönlichkeiten gemeinsam die Koalitionsspitzen sein werden.“

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Sicher ist sich der Politikanalyst, dass die Koalitionsverhandlungen sehr lange dauern werden. „Es ist nicht auszuschließen, dass es eine Konstellation gibt, wo man zuerst einmal schauen muss, wie sich die eine oder andere Partei ob ihres Ergebnisses erfängt.“ Und Neuwahlen, falls Einigungen nicht möglich sind? „Das wäre für Herbert Kickl ein zusätzlicher Turbo. Vorausgesetzt, er wird am 29. September Erster.“

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