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Manager
09/25/2018

Thomas Drozda als Vertrauter für die Zentrale

Der Kulturexperte muss nun hemdsärmelig agieren, will er in der SPÖ-Zentrale bestehen

von Christian Böhmer

Thomas Drozda steigt nun also wieder auf: Der 53-jährige Ex-Minister soll neben SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner als neuer Parteimanager die Bundespartei führen; der Steirer Max Lercher muss gehen, Stellvertreterin Andrea Brunner bleibt.

Thomas Drozda gilt als absoluter Vertrauensmann von Rendi-Wagner, und das hat unter anderem mit ihrem Ehemann zu tun: Als Drozda für Bundeskanzler Christian Kern die Regierungsarbeit koordiniert hat, war Pamela Rendi-Wagners Ehemann, der Diplomat Michael Rendi, Kabinettschef im Ressort – also der wichtigste Mann im Büro des Kulturministers.

Was die Innenpolitik angeht, darf man den früheren Theater-Manager durchaus als Routinier bezeichnen: 1993 wechselte der Betriebs- und Volkswirt zu Franz Vranitzky als Berater ins Bundeskanzleramt; auch unter Regierungschef Viktor Klima blieb Drozda im Kabinett. Seine Themen: Kunst und Kultur.

1998 verabschiedete sich der gebürtige Oberösterreicher vorübergehend aus der Politik und wurde kaufmännischer Geschäftsführer am Burgtheater. Später dann – 2008 – Generaldirektor der Vereinigten Bühnen Wien.

Drozda hatte Mandate in verschiedenen Aufsichtsräten (Stadthalle, Wien Ticket) und wechselte im Jahr 2016 als Kanzleramtsminister in die Bundesregierung.

In der letzten Großen Koalition kam er mit Christian Kern und war auf Seiten der SPÖ für die Kunst- und Kultur-Agenden zuständig. Zudem wickelte er die so genannte Koordinierung ab, sprich: Bei ihm liefen auf Seite der SPÖ alle wichtigen Themen der Regierung zusammen.

Die Kultur ist Drozdas Herz-Ressort. Bis heute verbringt er viele Abende im Monat in Kunst- und Kultureinrichtungen, sein bevorzugtes „Biotop“ sind Theater, Opern und Konzerthäuser.

Zuletzt war Drozda stellvertretender Klubchef und Kultursprecher der SPÖ im Parlament.

Als Bundesgeschäftsführer muss er sein „Portfolio“ wieder erweitern.

Ob Drozda als Parteimanager auch den hemdsärmeligen Arbeiter- und Gewerkschaftsversteher gibt, oder ob er diesen Part eher anderen Genossen überlässt, gehört zu den vielen offenen Fragen, die sich nach der Rochade ergeben haben.

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