Politik | Inland
18.08.2018

SPÖ-Pensionistenverband fordert vier Prozent Erhöhung

Kostelka zu türkis-blauen Plänen: Vorgangsweise bedeutet Aufgabe der Sozialpartnerschaft und Anordnen statt Argumentieren.

Die von der Regierung angekündigte Erhöhung der Pensionen um die Inflationsrate von zwei Prozent inklusive eines stärkeren Plus der kleinen Pensionen reicht dem SPÖ-Pensionistenverband nicht. Für Präsident Peter Kostelka ist das "kein Zuckerl, sondern eine bittere Pille". Er fordert vier Prozent Erhöhung.

Im Gegensatz zur normalen Inflationsrate habe sich der für Senioren relevante tägliche Einkauf um 4,4 Prozent und der wöchentliche Einkauf um 3,9 Prozent verteuert. Deshalb wäre eine faire Erhöhung mindestens vier Prozent für alle, sagt Kostelka. Alles darunter würde einen Kaufkraftverlust für die Senioren bedeuten, argumentiert er.

Strache: Einmalzahlung von 100 Euro

Die Regierung hat angekündigt, bei kleinen Pensionen über die normale Inflationsrate hinaus gehen zu wollen, hat aber noch keinen konkreten Wert genannt. Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) stellte in der Kronen Zeitung außerdem eine Einmalzahlung von vermutlich 100 Euro in Aussicht.

Heftige Kritik übte Kostelka auch an der Vorgangsweise der Regierung, die schon am kommenden Mittwoch einen Beschluss im Ministerrat fassen will. Das bedeute eine Aufgabe der Sozialpartnerschaft, es werde vonseiten der Regierung "dekretiert und nicht argumentiert". Es gebe dann keine Gespräche mehr.

Kostelka: Strache-Angebot ist "Verhöhnung"

Die von Strache in Aussicht gestellte Einmalzahlung von 100 Euro ist für Kostelka angesichts von kolportierten Gesamtkosten von 140 Millionen Euro eine "Verhöhnung". Dies würde bedeuten, dass die 100 Euro nicht jeder Pensionist bekommen würde, weil die 100 Euro schon 250 Mio. Euro ausmachen würden. Für die Pensionisten würde das "nicht einmal ein Viertel Butter" ausmachen. Und wenn die Regierung das auch noch als "Zuckerl" verkaufe, dann würden die Pensionisten "verarscht" werden, sagte Kostelka, der betonte, sonst nicht eine solche Ausdrucksweise zu verwenden.