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Schumann und Hattmannsdorfer fordern europäischen Antibiotika-Plan

Ziel des gemeinsamen Briefes an die EU-Kommission ist, mehr Antibiotika in Europa zu produzieren.
Apotheke

Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) haben in einem gemeinsamen Schreiben an die EU-Kommission einen koordinierten europäischen Antibiotika-Plan gefordert. Ziel ist laut Aussendung, die Produktion lebenswichtiger Antibiotika und Wirkstoffe in Europa zu stärken, Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die strategische Unabhängigkeit im Gesundheitsbereich auszubauen.

Das Schreiben, das der APA vorliegt, wurde an EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné sowie an Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi übermittelt. Angesichts von Engpässen bei essenziellen Medikamenten und wachsender geopolitischer Unsicherheiten sehen Österreichs Bundesregierung und die beiden Ressorts Handlungsbedarf auf europäischer Ebene. In ihrem Brief fordern Schumann und Hattmannsdorfer einen umfassenden europäischen Antibiotika-Plan, der die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt - von der Wirkstoffproduktion bis zur Herstellung fertiger Medikamente.

Versorgungssicherheit und europäische Produktionsstandorte sollen darum künftig stärker in öffentlichen Vergabeverfahren berücksichtigt werden. Im Rahmen des "Critical Medicines Act" der EU sollen zusätzliche europäische Mittel zum Ausbau der Antibiotika- und Wirkstoffproduktion mobilisiert werden. Die sichere Versorgung mit kritischen Arzneimitteln müsse künftig stärker in entsprechende EU-Strategien integriert und die Arzneimittelproduktion auch im Fokus des neuen "Industrial Accelerator Acts" zur Förderung von strategischen Industrien stehen.

"Critical Medicines Act" soll Versorgung verbessern

Der "Critical Medicines Act" ist ein Verordnungsvorschlag, der die Herstellung solcher Medikamente in der EU unterstützen und deren Verfügbarkeit und die Versorgungssicherheit verbessern soll. Konkret geht es etwa um Engpässe bei Antibiotika, Insulin und Schmerzmitteln - ganz generell um Arzneimittel, "die für die Gesundheit der EU-Patienten unerlässlich sind", wie die Kommission in ihrem Vorschlag festhielt. Schwachstellen in den pharmazeutischen Lieferketten der EU haben insbesondere die Corona-Pandemie und Russlands Krieg gegen die Ukraine offengelegt.

"Europa braucht jetzt entschlossenes und koordiniertes Handeln. Die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten darf nicht vom Weltmarkt oder geopolitischen Krisen abhängig sein", betonen Schumann und Hattmannsdorfer in der Aussendung. Das Wirtschaftsministerium habe die Antibiotikaproduktion am Standort Kundl bereits aktiv unterstützt: Im Rahmen der beihilfenrechtlichen Möglichkeiten fördert das Ministerium die Investitionen von Sandoz mit insgesamt rund 50 Millionen Euro - ein Teil davon wurde bereits ausbezahlt.

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