Sprachstunden kürzen? AHS-Direktoren erteilen Wiederkehr-Plänen eine Abfuhr
Die umstrittenen Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) zur Reform des Lehrplans stoßen auch bei den AHS-Direktoren auf Widerstand. Wie berichtet, denkt er daran, an den Oberstufen die Stunden für Latein bzw. die zweite lebende Fremdsprache zu kürzen, um Unterrichtszeit für die Themen Umgang mit KI bzw. Demokratie und Medien zu gewinnen.
Eine Umfrage des Direktorenverbandes unter den österreichweit mehr als 360 AHS-Direktoren bringt nun ein klares Nein zu solchen Ideen: Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer sprechen sich dagegen aus.
„Die geplanten Einschnitte nehmen den Gymnasien ihr Alleinstellungsmerkmal, ihr Herzstück: Eine vertiefte Bildung in Sprachen, höherer Mathematik sowie geistes- und naturwissenschaftlichen Gegenständen und spezielle Talente-Förderung sind die Besonderheit der mehr als 360 österreichischen Gymnasien“, sagt Isabella Zins, Sprecherin der Direktoren.
Eine solche Reform würde eine Reihe von negativen Auswirkungen auf den Alltag haben. Sie würde vielerorts mehrjährige Schulentwicklungsprozesse zunichte machen, sei schulorganisatorisch schwer umsetzbar, schade den Schülern beim Spracherwerb und bringe Verunsicherung und Mehrbelastung für die Lehrenden-Teams.
Querschnittmaterie Demokratie
Einen Unterricht in Medien- und Demokratiebildung begrüßt man zwar, will ihn aber als Querschnittmaterie in allen Gegenständen einfließen lassen. „Konkrete integrative Umsetzungsmöglichkeiten wären darüber hinaus zum Beispiel Projekte, wie es sie jetzt schon gibt, das Sichtbar-Machen des Gesamtkonzepts in einem Übersichtsplan für Schüler und Eltern oder eine Demokratie- und Medien-Mappe, die im Laufe der Oberstufe mit allen wichtigen Beiträgen aus den verschiedenen Gegenständen befüllt wird“, heißt es weiter.
Obendrein sei die Gefahr der „politischen Subjektivität geringer, wenn viele Lehrkräfte für Demokratie- und Medienbildung verantwortlich sind und nicht nur eine“, so Zins.
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