Politik | Inland
15.01.2019

Rassismus: Rauswurf von Steve King, Freund der FPÖ in den USA

Trump-Fan und Kontaktmann der FPÖ zur US-Administration wurde nach umstrittenen Interview-Aussagen politisch entmachtet.

Nicht erst seit dem Präsidentschaftswahlkampf 2016 verweisen die Freiheitlichen gerne auf ihre guten Kontakte in die USA und zur republikanischen Partei.

Es fanden wiederholt gegenseitige Besuche statt, eine Abordnung der FPÖ flog auch zur Amtseinführung des republikanischen Präsidenten Donald Trump im Jänner 2017 – auf Einladung des Republikaners Steve King: „Exzellente Gespräche“, berichteten die Freiheitlichen über das Treffen, bei dem Norbert Hofer, Heinz-Christian Strache, der ehemalige FPÖ-Abgeordnete Andreas Karlsböck, Mario Kunasek mit Steve King, einem republikanischen Mitglied des Repräsentantenhauses, und zwei weiteren republikanischen Politikerinnen zu sehen sind.

Der FPÖ ging es dort nach eigenen Aussagen darum, eine „positive Gesprächsbasis zur neuen US-Administration bzw. zu US-Kongressabgeordneten“ aufzubauen.

Strache und Hofer trafen zudem Michele Bachmann, prominente Vertreterin der Tea-Party-Bewegung am rechten Flügel der Republikaner. Die FPÖ, so wurde berichtet, besitze mit dem deklarierten Trump-Fan King einen hochrangigen Kontaktmann bei den Republikanern. Wie Bachmann zählt auch King zum äußersten rechten Flügel der Partei.

Über das Treffen fand auch King nur lobende Worte: „Die Anführer der Österreichischen Freiheitspartei sind hier, um Trumps Amtseinführung zu feiern“, berichtete er via Twitter.

King galt schon damals wegen rassistischer Aussagen als umstritten – auch unter den Republikanern.

Jetzt hat King aufgrund eines Interviews mit der New York Times offenbar das Fass zum Überlaufen gebracht: King hatte in dem Interview die Vorherrschaft von Weißen verteidigt und gefragt, seit wann Begriffe wie „weißer Nationalist“ oder „weiße Überlegenheit“ („White Supremacy“) problematisch seien.

Nun hat ein parteiinterner Ausschuss der Republikaner einstimmig entschieden, dass King aus allen Ausschüssen entfernt wird. Damit ist King, der erst im November zum neunten Mal von seinem Wahlbezirk in Iowa wiedergewählt wurde, praktisch jeden politischen Einfluss los. „Das passt nicht zur Partei von (dem republikanischen Präsidenten Abraham, Anm.) Lincoln“, erklärte der Chef der Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy.

Auch im Senat schossen die Parteikollegen scharf gegen King: Senate Majority Leader Mitch McConnell sagte am Montag: „Es gibt keinen Platz in der Republikanischen Partei für rassistische Ideologien.“