Politik | Inland
01.12.2018

Landau: „Politische Machtspiele wären falsch“

Caritas-Präsident Michael Landau wünscht sich einen Pflegegipfel – und lobt Türkis-Blau

Michael Landau beginnt mit einem Lob für die Regierung, und das ist nicht selbstverständlich. Immerhin hat die Caritas, der Landau als Präsident vorsteht, die Reformpläne zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung zuletzt kritisch bewertet.

Jetzt aber geht es um die Pflege, und hier sagt Landau: „Ich freue mich darüber, dass die Regierung die Wichtigkeit des Themas erkannt hat.“

Es bestehe dringend Handlungsbedarf. Nicht nur angesichts der 1,4 Millionen Österreicher, die als zu Pflegende oder Angehörige betroffen sind, sondern auch aus Sicht der Menschen, die täglich in diesem Bereich arbeiten. „Wir müssen heute agieren, wenn wir morgen eine an der Würde des Menschen Maß nehmende Pflege garantieren wollen.“

Und deshalb fordert Landau einen Pflege-Gipfel oder eine Enquete im Parlament, bei der Bund, Länder und Gemeinden gleichermaßen eingebunden sind. „Politische Machtspiele wären hier falsch“, appelliert der Caritas-Chef.

Alltag erleichtern

Was soll im Zentrum einer Reform stehen? „Dass den Betroffenen ihr Alltag erleichtert wird. Indem man mobile Dienste ausbaut, die Angebote in der Tagesbetreuung verbessert, oder indem man das Pflegegeld valorisiert.“

Laut Landau müsse man das Pflege-Thema über die Bundesländergrenzen hinweg denken: „Die Fragmentierung führt dazu, dass Angehörige ihre zu Pflegefällen gewordenen Verwandten nicht einfach näher zu sich holen können, wenn sie in einem anderen Bundesland leben. Das Überschreiten der Ländergrenzen ist extrem schwierig.“

Soll die Pflege aus einem steuerfinanzierten Fonds bezahlt werden? Soll sie eine Versicherungsleistung sein? Für Landau ist das sekundär: „Entscheidend ist, dass man sich überlegt: Wie löse ich das so, dass die, die wenig haben oder verdienen, sich das leisten können und gut versorgt sind.“

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