Politik | Inland
06.12.2018

Pflegegeld: Anhebung für alle Stufen gefordert

SPÖ fordert eine Milliarde Euro mehr, Seniorenvertreter wollen Steuerfinanzierung

460.785 Menschen beziehen in Österreich derzeit Pflegegeld. Kostenpunkt: 2,5 Milliarden Euro pro Jahr. Tendenz steigend. Stimmen die Prognosen, wird es in zehn Jahren 628.000 (+36 Prozent) Pflegebedürftige geben. Der jüngst vorgestellte „Masterplan Pflege“ der Regierung sieht nebst der Attraktivierung von Pflegeberufen und gesetzlichen Erleichterungen für pflegende Angehörige u. a. die Anhebung der Pflegestufen vor. Allerdings erst ab Pflegestufe 4.

Das Gros der Anspruchsberechtigten – 82 Prozent – bezieht indes die Pflegegeldstufen 1 bis 4. Deshalb appellieren NGOs, Opposition und Seniorenvertreter, dass das Pflegegeld in allen Stufen angehoben wird. Die in Aussicht gestellte Anhebung ab 2020 ist für ÖVP-Seniorenbundchefin Ingrid Korosec „nicht das Gelbe vom Ei“.

Sie wünscht sich eine stärkere Anhebung und präferiert zur Finanzierung des Pflegegelds eine Steuerfinanzierung – etwa via Zweckwidmung der Tabaksteuer. „Sofortigen Handlungsbedarf“ sieht die SPÖ bei der Finanzierung. Der Staat müsse alle Kosten für Pflege übernehmen, so SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Dafür sei jährlich eine Milliarde Euro mehr aus dem Budget notwendig.