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Politik Inland
09/23/2021

OÖ-Wahl: Stelzer warnt zum Ende vor "italienischen Verhältnissen"

Als zentrale Herausforderung für die Zukunft nannte Stelzer den Klimaschutz - allerdings "mit Hausverstand", wie er den Grünen ausrichtete.

Die oö. ÖVP hat Donnerstagabend offiziell ihren Wahlkampfabschluss für die OÖ-Wahl am Sonntag begangen - im Gegensatz zum Auftakt nicht mit großer Inszenierung im modernen Linzer Design Center sondern bodenständig in der Heimatgemeinde von Landeshauptmann Thomas Stelzer in Wolfern im Bezirk Steyr. Dieser bat die rund 600 registrierten Zeltgäste beim Dämmerschoppen auf dem Kirchenplatz, am Wahlsonntag ein Kreuzerl bei der ÖVP und das zweite direkt bei seinem Namen zu setzen.

Nach Kurzinterviews von Kandidaten für den Landtag aus der Region zog die Landeshauptmann-Familie in das Festzelt ein. Es folgte die Landeshymne, gespielt von der Musikkapelle Wolfern und gesungen aus vollem Hals von allen Funktionären und schwarzen Freunden auf den Bierbänken, bevor der Auftakt zum Schlussakt des Wahlkampfes gesetzt wurde.

"Alle gegen uns", beschrieb Landesgeschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer die Lage "60 Stunden vor der Wahl". Er sprach von einer "Anpatz-Allianz" von Rot und Pink, nachdem die beiden Parteien eine Untersuchungskommission wegen hoher Ausgaben für Corona-Schutzausrüstungen forderten. "Immer laut schimpfen, aber heimlich impfen", ließ er auch die FPÖ, mit der die ÖVP (noch) regiert, nicht aus. Damit die Blauen überhaupt potenzieller Regierungspartner bleiben, sei eine "Kickl-freies Oberösterreich" Voraussetzung.

Anschließend warnte Stelzer, der erstmals als Landeshauptmann zur Wahl antritt, angesichts der vielen kandidierenden Parteien vor "italienischen Verhältnissen". Außer ÖVP, FPÖ, SPÖ, Grüne und NEOS treten noch sechs Kleinparteien an, darunter auch die Impfskeptiker "MFG". Ihr Einzug in den Landtag ist laut jüngsten Umfragen nicht unrealistisch, jener der Pinken noch wahrscheinlicher. Sechs statt vier Fraktionen im Landesparlament wertete Stelzer alles andere als demokratiepolitisch belebend: "Das Gefährlichste in unsicheren Zeiten ist Unklarheit, Verzettelung oder Tohuwabohu", meinte er. Einmal mehr machte er deutlich, dass "wir ein klarer Erster werden wollen".

Als zentrale Herausforderung für die Zukunft nannte Stelzer den Klimaschutz - allerdings "mit Hausverstand", wie er den Grünen ausrichtete. So sagte der Landeshauptmann nein zu "überzogenen Auflagen zu Lasten der Pendler oder der sozial Schwächeren" wie etwa einer Spritpreiserhöhung.

Auch auf das Thema Corona, im Wahlkampf von keiner Partei Thema Nummer eins, kam er noch zu sprechen. "Unsere Antwort auf die Krankheit heißt: Wir ringen diese Krankheit nieder." Das Mittel der Wahl laut Stelzer: "Impfen", rief er die Oberösterreicher auf. Druck wie eine Impfpflicht lehnte er neuerlich ab.

Und dann wollte er noch die richtigen Antworten im Zelt hören. Auf "willst du weiterkommen", hallte es zurück: "Musst du nach Oberösterreich kommen". Denn "hier regiert", so Stelzer, "die ÖVP", skandierten die Gäste.

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