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Politik Inland
03/23/2019

OGM-Umfrage: Mehrheit für Abschaffung der ORF-Gebühren

52 Prozent wollen keine ORF-Gebühren mehr, 55 Prozent sind mit der Berichterstattung des Senders zufrieden.

von Johanna Hager

Seit einer Woche bestimmt das blaue Begehren die innenpolitischen Schlagzeilen. Sollen die ORF-Gebühren abgeschafft werden – wie FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache seit jeher fordert? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk also statt vom Zuseher via GIS-Gebühren aus Budgetmitteln finanziert werden? (624,8 Millionen Euro lukrierte der ORF 2017 aus den Programmentgelten).

Geht es nach der Kanzlerpartei ÖVP ist die „Finanzierung des ORF nur eine unter vielen Fragen im neuen ORF-Gesetz“, wie Kanzler Sebastian Kurz wissen ließ. Geht es nach den 822 vom OGM-Institut für den KURIER Befragten, spricht sich mit 52 Prozent eine knappe Mehrheit für die Abschaffung der GIS-Gebühren aus – im Wissen, dass das Bundesbudget dadurch belastet würde. 38 Prozent sind für die Beibehaltung der Gebühren.

Geht es nach Parteipräferenz, so sind 70 Prozent der FPÖ-Wähler und 54 Prozent der ÖVP-Wähler für die Abschaffung der Gebühr.

Ganz anders das Bild bei den Oppositionsparteien. 65 Prozent der SPÖ-Wähler und 77 Prozent der Grün-Wähler sind „klar für die Beibehaltung der GIS-Gebühren. Damit spielt ORF-Chef Alexander Wrabetz mit der Idee einer etwaigen Volksabstimmung über die Abschaffung der ORF-Gebühren mit dem Feuer“, sagt Christoph Haselmayer vom Meinungsforschungsinstitut OGM.

Einig sind sich die Befragten, was den Status des ORF betrifft. 62 Prozent sind für die Beibehaltung als öffentlich-rechtlicher Sender, 33 Prozent können sich den ORF als PayTV-Sender vorstellen – also nur das zu zahlen, was man konsumiert.

Der ORF soll ein öffentlich-rechtlicher Sender bleiben sagen hingegen 98 Prozent der Grün-, 79 Prozent der SPÖ- und 63 Prozent der ÖVP-Wähler. Unentschieden sind diesbezüglich Wähler der FPÖ (46 Prozent) und der Neos (53 Prozent). Ähnlich knapp ist das Ergebnis, wenn danach gefragt wird, wie zufriedenstellend und objektiv die politische Berichterstattung im ORF ist.

FPÖ extrem unzufrieden

Mit 55 Prozent (20 Prozent sehr zufriedenstellend, 35 Prozent eher zufriedenstellend) ist eine knappe Mehrheit mit der ORF-Berichterstattung zufrieden, 40 Prozent sind es nicht (25 Prozent wenig, 15 Prozent gar nicht zufriedenstellend). Dezidiert „sehr zufrieden“ sind SPÖ-Wähler (55 Prozent), gefolgt von Grün- (36 Prozent) und ÖVP-Wählern (13 Prozent).

Ganz anders die freiheitlichen Wähler. Sie sind in Summe (Werte „wenig“ und „gar nicht zufriedenstellend“) mit 87 Prozent extrem unzufrieden.