ÖVP will in den Städten stärker werden: Figl spricht für Städteplattform

Der Wiener ÖVP-Chef soll Ideen für urbane, bürgerliche Politik sammeln. Im Mittelpunkt steht unter anderem der Leistungsgedanke.
LANDESPARTEITAG ÖVP WIEN: FIGL

Markus Figl versucht erst gar nicht, die Lage schönzureden: "Was die Städte und die urbanen Räume angeht, haben wir als ÖVP noch viel Luft nach oben", sagt der Wiener ÖVP-Chef und Bezirksvorsteher zum KURIER. Seit Jahren beschäftigt die Kanzler-Partei die Frage, wie sie wieder auf Platz 1 zurückkehren kann. 

Ohne die Wähler in den Städten und dichter verbauten Gebieten ist das Manöver freilich kaum zu schaffen. So sehen zumindest die Bundespartei und deren Partei-Manager Nico Marchetti die Lage. Und weil dem so ist, hat man Figl nun damit beauftragt, als Sprecher der "Städteplattform" der ÖVP zu agieren.

Am Mittwoch fand die konstituierende Sitzung dieser neuen Initiative statt. Die gut 60 Teilnehmer aus ganz Österreich wählten Figl in die Funktion des Frontrunners. Man müsse pragmatischer auf die Lebenswelt der Stadtmenschen zugehen, um sie für das Bürgerliche zu gewinnen, so hört man bisweilen in der Volkspartei. 

Generalsekretär Marchetti deponiert intern gern das Bild vom Fahrradfahrer: Nicht jeder, der auf dem Rad in die Arbeit fahre, sei automatisch ein Grüner, im Gegenteil: In der Stadt sei es oft klug weil schnell und praktisch gewisse Strecken mit dem Fahrrad zu fahren. Der Drahtesel ist im urbanen Raum kein ideologisches Statement, sondern bisweilen eine pragmatische Entscheidung. Und genauso müsse die ÖVP agieren: Nahe an der Lebenswelt in den Städten, und ja, auch pragmatisch.

"Sammeln gerade erst Ideen"

Die Frage ist nur: Wie schafft sie das, die Volkspartei? Wie wird sie zu einer bürgerlichen Alternative in den zunehmend unübersichtlicher werdenden Stadt-Gebieten?

Figl will der Diskussion nicht vorgreifen. "Wir sammeln ja gerade erst die Ideen, wir wollen das diskutieren."

Klar sei allerdings, dass sich die ÖVP als soziale Integrationspartei etablieren müsse. "Wir müssen auf Phänomene wie die Vereinsamung genauso Antworten haben wie zum Leistungsbewusstsein", sagt Figl. "Leistung und Leistungsgerechtigkeit sind zentrale Wesensmerkmale der ÖVP, die gehören gestärkt."

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