Forschungsprojekt mit Biografien der Nachfahren von NS-Opfern
Parallel zum parlamentarischen Gedenken wurde ein neues Forschungsprojekt vorgestellt, das den Blick auf die Biografien der Nachfahren von NS-Opfern richtet: Über die Familiengeschichten der mehr als 43.000 „Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreicher“ soll stärker geforscht werden.
Staatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) und Nationalfonds-Vorsitzende Hannah Lessing kündigten zwei dreimonatige Forschungsaufenthalte an, die im Frühsommer vom Außenministerium mit insgesamt 100.000 Euro finanziert werden sollen – in Israel oder Großbritannien.
Historikerinnen und Historiker aus Österreich sollen gemeinsam mit „Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreichern“ deren Familiengeschichten aufarbeiten; nach einer Evaluierung ist eine Ausweitung auf weitere Länder sowie künstlerische und pädagogische Bereiche geplant. Lessing berichtete von wachsendem Interesse gerade in der dritten Generation, die Familiengeschichte zu erforschen: „Diese Generation ist bereit, sich zu ihren Wurzeln zu bekennen.“
Kuratorium des Zukunftsfonds neu konstituiert
Auch institutionell gibt es Bewegung in der staatlichen Erinnerungspolitik: Am Holocaust-Gedenktag konstituierte sich das Kuratorium des Zukunftsfonds der Republik Österreich neu – ohne größere Änderungen für die Funktionsperiode bis 2030. Herwig Hösele wurde einstimmig zum Vorsitzenden gewählt, auf Vorschlag von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Max Kothbauer wurde einstimmig zum Stellvertreter bestimmt. Weiterhin gehört auch FPÖ-Nationalratspräsident Walter Rosenkranz dem Gremium an; weitere Mitglieder sind Marie-Theres Arnbom, Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), die ehemalige grüne Abgeordnete Terezija Stoisits und der frühere Botschafter Helmut Tichy.
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