Österreich hat sich im Korruptionsindex leicht verbessert
Es sind nur zwei Punkte mehr – aber immerhin: Österreich ist im internationalen Korruptionsranking (Corruption Perceptions Index, CPI) auf den 21. Rang aufgestiegen.
2024 bekam Österreich nur 67 Punkte und lag auf Rang 25. Das war ein „historischer Tiefpunkt“, heißt es bei Transparency International, das Ergebnis von 2025 deute jetzt auf eine „vorsichtige Trendumkehr“ hin.
Österreich bleibe jedoch nur im westeuropäischen Mittelfeld. „Die Verbesserung ist ein positives Signal, aber kein Grund zur Entwarnung“, sagt Bettina Knötzl, Vorstandsvorsitzende des Österreich-Kapitels.
„Der Index zeigt, dass Reformen Wirkung entfalten können. Das ist wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich, für breiten Wohlstand und die Wahrung demokratischer Werte. Gleichzeitig bleibt Korruption ein strukturelles Problem, das wirtschaftliche Entwicklung bremst und Vertrauen in staatliche Institutionen untergräbt.“
Bettina Knötzl, Vorstandschefin von Transparency International Austria.
Eine wichtige Reform sei etwa das Informationsfreiheitsgesetz gewesen, das nach langer Vorlaufzeit seit September in Kraft ist. Das Amtsgeheimnis ist abgeschafft, zur praktischen Umsetzung laufen aber einige Klagen, die Rechtssicherheit schaffen sollen.
Wo "Korruptionsbekämpfung politisch priorisiert" wird
An der Spitze des CPI 2025 liegt – wie seit vielen Jahren – Dänemark mit 89 Punkten. Es folgen Finnland (88) und Singapur (84). Korruptionsbekämpfung sei dort seit Langem eine politische Priorität, wird bei Transparency International erklärt. Am unteren Ende rangieren Somalia und Südsudan mit jeweils neun sowie Venezuela mit zehn Punkten.
Die Schweiz liegt auf Rang 6, Deutschland auf Rang 10. Die USA haben sich im ersten Jahr der Amtszeit von Donald Trump um nur einen Punkt verschlechtert und liegen auf Rang 29.
Wichtig zu wissen ist: Der Index misst nicht die tatsächliche Korruption im öffentlichen Sektor, sondern nur die Wahrnehmung. Datenquelle sind zwölf verschiedene Institutionen, darunter die Bertelsmann Stiftung.
Und diese Wahrnehmung verbessert sich freilich durch sichtbare Reformen – daher stellt Transparency International auch regelmäßig „zehn Forderungen an die Bundesregierung“: Dazu zählen unter anderem die Einrichtung einer unabhängigen Weisungsspitze (siehe oben), die „Stärkung der Medienunabhängigkeit“ durch einen Ausbau an staatlichen Förderungen, die Verbesserung des Hinweisgeberschutzes und Maßnahmen gegen Postenschacher.
In Zeiten wachsender Polarisierung und geopolitischer Spannungen brauche Österreich „mehr denn je“, wie Knötzl betont, „eine integre politische Führung, die Vertrauen in ihre Absichten schafft“.
Kommentare