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Politik Inland
05/19/2019

Oberösterreichs Landeschef Stelzer stellt FPÖ Rute ins Fenster

Nach Straches Rücktritt sind erste Risse bei Schwarz-Blau sichtbar

von Wolfgang Atzenhofer

Während Kanzler Sebastian Kurz in Wien das Ende der Koalition verkündete, zeigten sich Oberösterreichs ÖVP-Landeshauptmann Thomas Stelzer und sein FPÖ-Vize Manfred Haimbuchner Samstagabend im Linzer Brucknerhaus anlässlich eines Jubiläumsfestes noch gemeinsam der Öffentlichkeit. Doch hinter den Kulissen brodelt es in der Koalition gewaltig.

Stelzer machte am Samstag noch klar, dass es in OÖ vorerst zu keinem Bruch mit der FPÖ kommen werde. Gleichzeitig stellte er den Blauen aber die Rute ins Fenster. „Hätten wir in Oberösterreich so einen Fall, wie im vorliegenden Video, ist völlig klar, dass wir gleich entscheiden würden“, erklärte er. Der Landeshauptmann kündigte für die nächsten Tage Gespräche über die weitere Zusammenarbeit an.

 

„Der FPÖ muss klar sein, dass so etwas in unserem Land nicht passieren darf“, drohte Stelzer genervt. Er war zuletzt wegen der Identitären-Kontakte zur FPÖ-OÖ, dem Rattengedicht oder wegen der Querelen um den FPÖ-nahen rechten Maler Odin Wiesinger in der Kritik gestanden.

Neuwahlforderung

Der Forderung der SPÖ-Landeschefin Birgit Gerstorfer, die 2021 anstehenden Landtagswahlen vorzuverlegen, lehnt Stelzer ab. Seinen FPÖ-Vize, der ja mehrmals jährlich in oö. Bierzelten an Straches Seite jubelte, wird er aber genau beobachten. Denn Haimbuchner tat sich am Samstag schwer, mit dem Partei-Kollaps in Wien konsequent umzugehen. Das Ibiza-Video nannte er „ein Sittenbild, das nicht im Einklang mit den hohen Maßstäben“ der Freiheitlichen stehen würde. Andererseits zollte er Straches Rücktritt „Anerkennung und Respekt“. Und Strache gebühre der „ewige Dank des gesamten patriotischen Lagers“, weil er aus der Asche von Knittelfeld die neue FPÖ erschaffen habe.

Wolfgang Atzenhofer

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