Politik | Inland
11.10.2015

Neos erleichtert: "Wir haben es geschafft"

In der Party-Location der Pinken wird ausgelassen gefeiert.

Jubel bei der jungen Partei: "Wir haben es geschafft", freut sich ein junger Mann in elegantem Sakko. Hinter ihm steigen pinkfarbene Luftballons auf, einige platzen lautstark. Das stört nicht, der Lärmpegel ist ohnedies hoch. Neos-Anhänger fallen sich um den Hals, sie können es kaum fassen als die erste Hochrechnung bekannt wird – und sie zu den Siegern des Wahlabends in Wien gehören. Mehr als sechs Prozent weisen die ersten Hochrechnungen für die Neos aus, die Hürde von fünf Prozent wird damit deutlich übersprungen.

In der Party-Location der Pinken im Restaurant "Ludwig & Adele" im Wiener Künstlerhaus wird ausgelassen gefeiert. Viele Paare kommen mit ihren Kindern, elegante Damen parlieren über den "großen Wahlerfolg".

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"Erstmals nach 20 Jahren zieht eine neue Kraft in den Wiener Gemeinderat ein", betont Neos-Bundesgeschäftsführer Feri Thierry. Er gibt aber auch unumwunden zu, dass der Wiener Wahlkampf die Neos "viel Kraft gekostet hat".

Nach drei verlorenen Landtagswahlen in diesem Jahr haben die Neos in der Bundeshauptstadt bewiesen, dass sie wieder gewinnen können. Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger ( Bild) dürfte mit fünf Landtagsabgeordneten in das Wiener Rathaus einziehen. "Es ist ihr Sieg", heißt es bei der Neos-Party.

Überlebenszeichen

Für die liberale Partei ist dieser Erfolg nach Niederlagen im Burgenland, in der Steiermark und in Oberösterreich ein deutliches Überlebenszeichen. In der Politik der Donau-Metropole wollen sie künftig auch ordentlich mitmischen. "Wir sind eine ernst zunehmende politische Kraft", erklärt die Studentin in engem Glitzer-Kostüm und High Heels ganz stolz.

Thierry kündigt bereits an, in welche Richtung die Pinken im Gemeinderat tätig werden wollen: "Erneuerung in allen Bereichen ist unsere absolute Priorität." In der Bildungs- und Wirtschaftspolitik aber auch bei Fragen der Gesellschaft und Kultur wollen die Neos ihre Inhalte einbringen.

Nicht abgeneigt sind die Pinken hinsichtlich der Teilnahme an einer Koalition. Eine Kooperation schließen sie definitiv aus. "Wir gehen ganz sicher keine Koalition mit den Freiheitlichen ein. Das kommt für uns nicht in Frage", betont Thierry gegenüber dem KURIER. Bereits im Wahlkampf haben die Pinken mit dem Slogan geworben "Neos wirkt gegen braune Flecken".

Aufregung

Ein Last-Minute-Wahlaufruf der Neos hat am Sonntag manche Handy-Nutzer verwundert. Per Massen-SMS wandte sich die Spitzenkandidatin Meinl-Reisinger an das Wahlvolk. Nicht nur auf der pinken Facebook-Seite gab es daraufhin Beschwerden, zumal einige gar nicht im Telefonbuch stehen.

Laut der Partei wurden die Nummern von der Post erstanden, es handle es sich auch nicht um Werbung, sondern Information.