Politik | Inland
06.02.2019

Experte Mazal: Angehörige bei Pflege "besser abgelten"

Der Sozial- und Arbeitsrechtler hält die Anrechnung der Pflegezeiten für Pension für "durchaus sinnvoll".

Der Wiener Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal hält die Anrechnung von Pflegezeiten für die Pension für eine „notwendige systemische Weiterentwicklung“. Zuletzt hat das Gemeindebundpräsident Alfred Riedl im KURIER gefordert.

Mazal, Professor an der Uni Wien, vergleicht den auch von der Regierung ins Auge gefassten Schritt mit der schon erfolgten Anrechnung von Kindererziehungszeiten. Der Experte sagt: „Natürlich, vom Prinzip her wäre es sinnvoll, die Pflege von Angehörigen wie eine Erwerbstätigkeit zu positionieren. Das Ausmaß der Anrechnung für die Pension oder gar eine Entlohnung der pflegenden Angehörigen ist aber eine politische Entscheidung.“

Schon heute könne sich ein pflegender Angehöriger ab Pflegestufe 4 des Betroffenen zu einem günstigen Satz selbst versichern. Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei also gelungen.

Dem nicht genug, sollten die Leistungen der pflegenden Angehörigen „früher oder später besser abgegolten“ werden, sagt Mazal. Denn: „Ihre Tätigkeit ist für die Gemeinschaft von großer Bedeutung.“ Auch ÖVP und FPÖ dürften das letztlich so sehen, haben sie den aktuell diskutierten Schritt im Regierungsprogramm als „zu prüfend“ verankert. Bis Jahresende werde wie versprochen ein Gesamtkonzept zur Pflege erarbeitet, vorher wäre es wenig sinnvoll, einzelne Punkte daraus öffentlich zu diskutieren.

Mazal hält die Anrechnung der Pensionszeiten jedenfalls für einen „durchaus sinnvollen Teil“ eines solchen Gesamtpakets.